Jochen Rathmann's Bücher

Montag, 5. Januar 2015

Top (Ten) 8 Musik 2014

Top Ten 8 Musik 2014

She & Him – Classics
Cro – Melodie
Lucy Hale – Road Between
Madsen – 10 Jahre Madsen Live
The Pretty Reckless – Going to Hell
The Kooks – Listen
Taylor Swift – 1989
Kraftklub – In Schwarz

Freitag, 10. Oktober 2014

[JR Filmkritik 2014] Bad Words


Bad Words
6/10

Mittlerweile scheint es zum guten Ton zu gehören, dass die meisten Schauspieler mindestens einmal in ihrer Karriere auch Platz auf dem Regiestuhl nehmen. Ob es sich dabei lediglich um ein Traumprojekt handelt oder man wirkliche Ambitionen verfolgt, zeigt dann meist erst die Zukunft. Im Falle von Jason Bateman darf man also gespannt sein, ob sein Regiedebüt "Bad Words" der Beginn einer langen Reise wird, oder ob er sich zukünftig wieder auf die Arbeit im Rampenlicht konzentrieren wird.

Nicht zu vergessen ist dabei, wie gerne sich die Regieneulinge dann auch noch selbst besetzen, meistens natürlich in der Hauptrolle, schließlich steht man ja sowieso die ganze Zeit am Set herum. Und Jason Bateman kennt sich selbst so gut, dass die Figur des Guy Trilby, einem liebenswerten Arschloch, genervten, nervigen, und doch bestimmt irgendwie gutherzigen Proleten, ihm wie auf den Leib geschrieben zu sein schien. Es ist eben der typische Bateman, den er hier gibt, nur noch eine Spur härter und fieser.

Schließlich hat Guy Trilby irgendwie das Regelwerk des nationalen Buchstabierwettbewerbs geknackt und als mittelalterlicher Kandidat seinen Weg ins junge Teilnehmerfeld gefunden und es bis ins Finale geschafft. Doch warum es ihm so wichtig ist, und wie die Freundschaft zu einem der Mitstreiter sein ganzes Vorhaben dann doch noch gefährden kann, erzählt Bateman in relativ kurzweiligen 85 Minuten.

"Bad Words" ist seit dem 09.10.2014 auf BluRay und DVD erhältlich.

Freitag, 3. Oktober 2014

[JR Filmkritik 2014] Unter Freunden - Komm, lass uns spielen


Unter Freunden - Komm, lass uns spielen
3/10

Schaut man sich die bisherigen Arbeiten und Kooperationen der Schauspielerinnen an, könnte man meinen, als Zuschauer wirklich Teil einer Freundesclique zu sein. Fast so, als würde man sich sowieso treffen und man dreht ganz nebenbei noch einen Film; quasi das Adam Sandler-Vehicle des Horrorfilms.

Bernadette lädt ihre Freunde in unregelmäßigen Abständen zu Mystery-Partys ein. Neben dem Feiern gibt es also auch noch ein paar Rätsel zu lösen. So auch an diesem Abend, stilsicher mit dem Motto "80's Prom". Doch wie es Low Budget-Horrorfilme so an sich haben, verläuft dieses Mal alles anders.

Danielle Harris, die sich wahrlich als Star des Genres bezeichnen darf, hat sowohl in jungen Jahren, als auch im Rob Zombie-Remake der "Halloween"-Filme mitgespielt und legt mit "Among Friends" ihr Spielfilmdebüt als Regisseurin vor. 

Auch wenn alles sehr vielversprechend und stimmig beginnt, verliert der ganze Film leider sehr schnell seinen Reiz. Zunächst ist es der Gedanke, eine Gruppe von guten Freunden gegeneinander auszuspielen, sie psychisch an ihre Grenzen zu bringen, sie mit Taten der Vergangenheit zu konfrontieren und neue Grenzen abzustecken. Doch statt solch einen Moment auszuschöpfen, folgt auf jede Offenbarung eine blutrünstige Tat als Bestrafung. Also ging es auch Harris im Endeffekt nur um schnelle und billige Effekthascherei.

Gleiches gilt auch für das Spiel mit der Meta-Ebene. In einem anderen Kontext bereichernd, verfehlt es hier leider vollständig sein Ziel. Vielleicht war Danielle Harris bei ihrer ersten großen Inszenierung etwas zu ambitioniert. Etwas kleiner gehalten und ein sparsamerer Umgang mit Kunstblut hätte dem Film gut getan.

"Unter Freunden - Komm, lass uns spielen" ist seit dem 02.10.2014 auf BluRay und DVD erhältlich.

Dienstag, 30. September 2014

[JR Filmkritik 2014] Short Term 12


Short Term 12
10/10

"Short Term 12" befolgt die Regeln, die jeden Indie-Streifen zu einem Erfolg und Kritikerliebling machen. Man nehme eine Galionsfigur des derzeitigen Independentkinos, stellt ihr einige bekannte (aber nicht berühmte) Fernsehgesichter zur Seite und schickt sie durch einen tragikomischen Plot mit bittersüsser Note. Und auch wenn "Short Term 12" all diese Regeln befolgt, ist der Film so viel mehr als nur ein weiteres Opfer des Schema F.

Natürlichkeit ist der Faktor, der diesen Film zu etwas Außergewöhnlichem macht. Die Geschichte von verhaltensauffälligen Kindern in einem Wohnheim, in dem die Betreuer mindestens genauso viele Probleme haben. Zwei Welten kollidieren, die sich doch so nah stehen. Dabei wirkt alles so sehr real, dass man das Gefühl bekommt, eine Dokumentation zu sehen. Allen voran die erstaunliche Leistung von Brie Larson. Gegenwärtig dürften so etwas nur die wenigsten Schauspielerinnen ähnlich überzeugend darbieten können.

"Short Term 12" ist seit dem 26.09.2014 auf BluRay und DVD erhältlich.

Dienstag, 23. September 2014

[JR Filmkritik 2014] The Pretty One


The Pretty One
8/10

Verwechslungsgeschichten von eineiigen Zwillinge gibt es ja bekanntlich wie Sand am Meer. Auch "The Pretty One" stellt da keine Ausnahme dar. Und doch gelingt es Jenee LaMarque, ihrer Version durch eine makabre Wandlung einen ganz eigenen Ton zu geben.

Laurel ist ein Landei per se. Sie hat es nie aus ihrer Kleinstadt herausgeschafft, wohnt noch zu Hause und hilft ihrem Vater durch den Tag, der nach dem Tod seiner Frau und Laurels Mutter dringender als denn je eine unterstützende Hand braucht.
Audrey ist das absolute Gegenstück zu ihrer Zwillingsschwester. Als moderne Carrie Bradshaw trägt sie immer die modernsten Frisuren und Make-up, kauft teure Klamotten und hat einen Job, in dem sie aufgeht. Als sie die Stadt hinter sich lässt und für einen Besuch nach Hause kommt, ist Laurel so begeistert von ihrem Look, dass sie sich optisch sofort ihrer Schwester angleichen lässt.

Es wäre ein Verbrechen, nun ausführlich die folgenden Geschehnisse zu schildern. Natürlich fängt der Plot erst hier richtig an, doch sollte man unbedingt die Chance nutzen, den Film ohne weiteres Vorwissen zu sehen. So erfüllt die Schlüsselszene ihre schockierende aber auch überraschende Wendung und überlässt die Protagonistin mit der Frage, ob die Freiheit nur ohne die Wahrheit möglich ist, und man die Moral sowieso hinten anstellen muss?

"The Pretty One" ist seit dem 28.08.2014 auf BluRay und DVD erhältlich.

Dienstag, 9. September 2014

[JR Filmkritik 2014] The Quiet Ones


The Quiet Ones
6/10

Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt der Film von den grausamen und unmenschlichen Experimenten eines Professors und zwei seiner Studenten an einer jungen Frau, um die Existenz paranormaler Kräfte mittels psychologischen Traumata zu beweisen. Brian McNeil, ein junger Mann mit großer Begeisterung für Filmkameras, wird engagiert, um den weiteren Verlauf des Experiments für die Nachwelt festzuhalten. Neben dem üblichen Exorzisten-Geplänkel treten Probleme deshalb auf, weil Brian als Nicht-Wissenschaftler die Experimente nicht dulden kann, aber auch Gefühle für die Probandin entwickelt. 

"The Quiet Ones" funktioniert in erster Linie wegen seiner Darstellerin Olivia Cooke, die neben ihrer starken Leistung in der Fernsehserie "Bates Motel" nun auch ihren Weg im Filmgeschäft zu finden scheint. Und dennoch kann auch sie nicht vermeiden, dass weite Passagen des Films nicht das zulassen, was beabsichtigt wurde. Der besondere Look irritiert zunächst, das Zusammenspiel von Filmaufnahmen und nachgestelltem "Found-Footage"-Bildmaterial ergibt keinen flüssigen Rhythmus. Und einige nicht nachvollziehbare Plotentwicklungen deuten an, dass bei der Recherche nur aufs Grobe geachtet wurde. Was dem Zuschauer aber dann ganz sicher den Atem für einen Augenblick rauben wird, sind die Originalfotografien im Abspann. Vielleicht hätte man diese in den Vorspann einbauen sollen. Schließlich bekommt man dann doch Lust, die Sache noch einmal genauer zu überdenken.

"The Quiet Ones" ist seit dem 26.08.2014 auf BluRay und DVD erhältlich.

Montag, 1. September 2014

[JR Filmkritik 2014] The Expendables 3


The Expendables 3
6/10

Ehrlichkeit findet man heutzutage in Hollywood nur noch selten. Da braucht es tatsächlich einen ganzen Reigen alter Haudegen, die zeigen, dass man doch noch ein Buch nach seinem Cover beurteilen kann. Die "Expendables"-Filme sind alles andere als große Filmkunst, doch wollen sie das auch gar nicht sein. Von der ersten Sekunde an ging es immer nur darum, Actionstars der 80er und 90er Jahre in ein klappriges Flugzeug zu stecken und sie zu irgendeiner halsbrecherischen Mission zu fliegen. Plot und Emotionen nicht vorgesehen, coole Sprüche und ein Kugelhagel nach dem anderen dafür umso mehr. Wer sich also von irgendeinem der drei Filmen mehr erwartet, sollte sich mal einige Gedanken über seine Sicht auf die Welt machen.

Und weil das Credo einer jeden Fortsetzung "Höher, schneller, lauter" ist, wundert es auch nicht, dass mit jedem weiteren Abenteuer das Ensemble ausgebaut wird. So gelingt es tatsächlich auch dem dritten Teil, den bis dato interessantesten Cast vorzuweisen, obwohl Kelsey Grammer viel zu kurz kommt. Und wo der Plot sowieso nur zweitrangig ist, steht hier das Aufeinandertreffen einer alten und einer jungen Garde im Mittelpunkt. Auch wenn von den Jungspunden mit Ausnahme von MMA-Kämpferin Ronda Rousey kaum jemand das Potential hat, in die nächste Liga aufzusteigen.

Trotz solcher Namen wie Wesley Snipes, Mel Gibson oder Harrison Ford, erkennt man auch hier sehr schnell wieder, dass es quasi derselbe Film ist. Und mit einem dritten Teil hat sich dieses Konzept definitiv selbst überholt, weswegen sich hier und da Ermüdungserscheinungen bei den Akteuren, aber auch beim Zuschauer einstellen. Sollte diese Reihe fortgesetzt werden, müsste man eine andere Herangehensweise finden, sonst wird aus einem nett gemeinten Actionfeuerwerk sehr schnell ein weiterer Rohrkrepierer. Und man müsste sich auch die Frage stellen, wie viele cineastische Fehlschläge die Karriere von Stallone und Schwarzenegger noch verträgt.

"The Expendables 3" läuft seit dem 21.08.2014 im Kino.