Jochen Rathmann's Bücher
Donnerstag, 23. August 2012
AB SOFORT ERHÄLTLICH - das.theater.zerstören::novelle (inkl. dem Drama "Hegemann's Traum #5")
Seit heute ist meine siebte ebook - Veröffentlichung das.theater.zerstören::novelle (inkl. dem Drama „Hegemann’s Traum #5") bei amazon als Download erhältlich.
Zum Buch:
Neue Experimentalliteratur von Jochen Rathmann
Der Protagonist dieser Novelle, ein junger Mann namens Simon Gass (simon.gass@gmx.net), steht vor der großen Frage des Lebens: „Was soll einmal aus mir werden?“
Er hat einen halbwegs ansehnlichen Schulabschluss in der Tasche und schaut seinen Freunden und ehemaligen Klassenkameraden dabei zu, wie sie jeden Morgen in ihren frisch gebügelten Anzügen zur Arbeit gehen und Karriere machen. Simon Gass möchte von all dem nichts wissen. Er kann sich mit dem Gedanken an ein Leben hinter einem Schreibtisch nicht abfinden.
Wegen dem Interesse für das Theater und euphorisiert durch sein Vorbild und geistigen Mentor Christoph Schlingensief, bemüht er sich um ein Praktikum beim städtischen Theater. Doch dort trifft er nur auf Ablehnung.
Ohne Anhaltspunkt stellt er sich die zentralen Fragen seines Lebens, überdenkt die Bedeutung des Theaters und welchen Sinn die Kunst im Leben eines jeden überhaupt hat...
Im Anhang befindet sich eine Bühnenfassung dieser Novelle: Hegemann’s Traum #5
Zum Autor:
Jochen Rathmann lebt in Saarbrücken. Man sollte dies bei der Lektüre der Novelle beachten.
Hier kaufen: amazon
Zum Buch:
Neue Experimentalliteratur von Jochen Rathmann
Der Protagonist dieser Novelle, ein junger Mann namens Simon Gass (simon.gass@gmx.net), steht vor der großen Frage des Lebens: „Was soll einmal aus mir werden?“
Er hat einen halbwegs ansehnlichen Schulabschluss in der Tasche und schaut seinen Freunden und ehemaligen Klassenkameraden dabei zu, wie sie jeden Morgen in ihren frisch gebügelten Anzügen zur Arbeit gehen und Karriere machen. Simon Gass möchte von all dem nichts wissen. Er kann sich mit dem Gedanken an ein Leben hinter einem Schreibtisch nicht abfinden.
Wegen dem Interesse für das Theater und euphorisiert durch sein Vorbild und geistigen Mentor Christoph Schlingensief, bemüht er sich um ein Praktikum beim städtischen Theater. Doch dort trifft er nur auf Ablehnung.
Ohne Anhaltspunkt stellt er sich die zentralen Fragen seines Lebens, überdenkt die Bedeutung des Theaters und welchen Sinn die Kunst im Leben eines jeden überhaupt hat...
Im Anhang befindet sich eine Bühnenfassung dieser Novelle: Hegemann’s Traum #5
Zum Autor:
Jochen Rathmann lebt in Saarbrücken. Man sollte dies bei der Lektüre der Novelle beachten.
Hier kaufen: amazon
Dienstag, 21. August 2012
INHALT_das.theater.zerstören::novelle (inkl. dem Drama „Hegemann’s Traum #5")
Zum Buch:
Neue Experimentalliteratur von Jochen Rathmann
Der Protagonist dieser Novelle, ein junger Mann namens Simon
Gass (simon.gass@gmx.net), steht vor der großen Frage des Lebens: „Was soll
einmal aus mir werden?“
Er hat einen halbwegs ansehnlichen Schulabschluss in der
Tasche und schaut seinen Freunden und ehemaligen Klassenkameraden dabei zu, wie
sie jeden Morgen in ihren frisch gebügelten Anzügen zur Arbeit gehen und
Karriere machen. Simon Gass möchte von all dem nichts wissen. Er kann sich mit
dem Gedanken an ein Leben hinter einem Schreibtisch nicht abfinden.
Wegen dem Interesse für das Theater und euphorisiert durch
sein Vorbild und geistigen Mentor Christoph Schlingensief, bemüht er sich um
ein Praktikum beim städtischen Theater. Doch dort trifft er nur auf Ablehnung.
Ohne Anhaltspunkt stellt er sich die zentralen Fragen seines
Lebens, überdenkt die Bedeutung des Theaters und welchen Sinn die Kunst im
Leben eines jeden überhaupt hat...
Im Anhang befindet sich eine Bühnenfassung dieser Novelle:
Hegemann’s Traum #5
Zum Autor:
Jochen Rathmann lebt in Saarbrücken. Man sollte dies bei der
Lektüre der Novelle beachten.
Montag, 20. August 2012
Donnerstag, 2. August 2012
[Filmkritik] The Rum Diary
The Rum
Diary
2011 / Bruce
Robinson / mit Johnny Depp, Michael Rispoli, Amber Heard, Giovanni Ribisi,…
9/10
Es müssen besondere Zeiten gewesen sein, als der damalige
Jungstar Depp für einige Zeit bei Hunter S. Thompson auf seinem Anwesen in
Woody Creek, Colorado lebte. Zunächst nur als Recherche für den Film „Angst und
Schrecken in Las Vegas“ gedacht, entwickelte sich schnell eine feste
Freundschaft. Als Depp dann im Keller von Thompson zufällig das Manuskript des
bis dahin unveröffentlichten Romans „The Rum Diary“ entdeckte, musste er nicht
mehr viel tun, um ihn von einer Veröffentlichung zu überzeugen.
Das Buch wurde ein großer Erfolg, und Depp versprach
Thompson, dass sie es gemeinsam auf die Leinwand bringen werden. Zu einer
Zusammenarbeit ist es leider nicht mehr gekommen, da sich Hunter S. Thompson
2005 das Leben nahm, aber Depp blieb dran und konnte jetzt über seine eigene
Produktionsfirma endlich den Film drehen, den er schon lange auf seinem Herzen
hatte.
Für die Geschichte eines Journalisten, der sein Glück im
Puerto Rico der 60er Jahre sucht, schlüpft Depp in die Rolle des Paul Kemp, der
nicht nur lose auf Thompson’s Erfahrungen beruhen soll, der Roman viel eher ein
Tatsachenbericht ist.
Der Film beginnt direkt in Puerto Rico und Kemp steht kurz
vor seinem ersten Arbeitstag bei der San Juan Daily News. Johnny Depp spielt
stark, beherrscht den gesamten Film. Er trifft immer den richtigen Ton und
schafft perfekt die Balance zwischen dem „fiktionalen“ Kemp und dem realen
Thompson, ähnlich genial wie schon als Raoul Duke in „Angst und Schrecken in
Las Vegas“.
Ein wichtiger Unterschied zum Roman ist das Fehlen von
Yeamon, eine der Hauptfiguren aus dem Buch. Robinson hat eine kluge
Entscheidung getroffen, die Figur aufzuteilen. Sie spielt eine viel zu große
Rolle; und hätte er sie filmisch verarbeiten wollen, hätte er quasi die gesamte
Nebenhandlung streichen müssen und die Geschichte von Kemp und Yeamon alleine
erzählen müssen. So tritt die Figur des Sanderson stärker in den Vordergrund
und vereint seine Romanfigur sowie die von Yeamon. Aber auch andere bekommen
ein Stück von ihm ab. So wie zum Bespiel Sala’s Provokationen in einer kleinen
Bar am Straßenrand. Ein Verhalten, dass man von ihm im Roman nie erwartet
hätte. Es scheint so, als würde der Geist von Yeamon über allen schweben.
Sowieso gibt es gute Leistungen von allen Mitgliedern aus
dem Cast. Amber Heard verkörpert Chanell, die nach anfänglichem Zögern doch
noch sehr nah am Roman stattfindet. Doch vor allem das Zusammenspiel von Kemp,
Sala und Moberg ist wahnsinnig unterhaltsam, auch wenn Ribisi es als Moberg an
einigen Stellen ein klein wenig übertreibt.
Robinson sah sich mit den typischen Problemen der
Literaturverfilmung konfrontiert. Wie soll er alles in einen zweistündigen Film
reinpacken? Er hat bei der Entwicklung des Drehbuchs viele kluge Entscheidungen
getroffen. Einige Sachen hat er einfach herausgenommen. Doch ebenso viele neue
Ideen in die Welt von Thompson eingepflanzt, die alle auf Anhieb funktionieren.
Am Ende fehlt der nötige Drang. Der Film hätte noch einen
Schritt weiter gehen können, doch gelingt Robinson eine wunderbare Schlussszene
und ein rundum gelungener Abschluss. Eine Schlusskarte erinnert an Hunter S.
Thompson, für den an jedem Drehtag am Set ein eigener Stuhl und eine Flasche
Whisky stand. Depp hat Ambitionen, auch weitere seiner Bücher zu verfilmen.
Hoffentlich macht er es.
Donnerstag, 26. Juli 2012
[Filmkritik] The Dark Knight Rises
The Dark
Knight Rises
2012 /
Christopher Nolan /
mit Christian Bale, Joseph Gordon-Levitt, Anne Hathaway,
Tom Hardy, Marion Cotillard,…
10/10
Enthält Spoiler zu entscheidenden Momenten des Films!
Der Filmemacher Christopher Nolan dürfte sich in den vergangenen
Jahren vermutlich in einer der unbequemsten Situationen in ganz Hollywood
befunden haben. Wer Nolan kennt, weiß natürlich, dass er mit dieser Rolle ganz
entspannt umgehen kann, aber „The Dark Knight Rises“ ist der wohl am meist
erwartete Film der letzten Jahren, mit den wohl höchsten Ansprüchen überhaupt.
Selbst Peter Jackson und seine Hobbits oder James Cameron und Avatar (wann
immer er sich entscheidet, endlich weiterzudrehen) dürften diese Last nicht auf
ihren Schultern verspüren.
Als Nolan 2008 „The Dark Knight“ ablieferte, war es die
Fortsetzung zu „Batman Begins“. Einem vergleichsweise kleinerem Comicfilm, der
durch seine mutige und kompromisslose Inszenierung breiten Anklang fand,
allerdings viel zu schnell – und zu Unrecht – aus dem Bewusstsein verschwunden
ist. „The Dark Knight“ war die logische Fortführung dieser Theorie, und Nolan
hat das Comicfilm – Genre ein für allemal auf den Kopf gestellt. Diesen Teil
mit einem dritten zu übertrumpfen ist da fast schon ein Ding der Unmöglichkeit.
„The Dark Knight Rises“ spielt acht Jahre nach dem Tod von
Harvey Dent und dem Verschwinden von Batman. Commissionar Gordon wacht
weiterhin über eine Version von Gotham, die sich im Vergleich zu seinen
Vorgängern etwas beruhigt hat. Zumindest solange, bis der Bösewicht Bane bei
einer spektakulären Flucht aus der Gefangenschaft aus einem Flugzeug sein
Hauptquartier in der Kanalisation der Stadt einrichtet. Kurz darauf eskaliert
die Situation und Bane übernimmt die Stadt, bzw. überlässt sie den sauberen Bürgern,
genauso wie den Verbrechern aus den Gefängnissen. Wer gegen die Regeln
verstößt, wird vor ein Tribunal gestellt, und muss immer dem Tod in die Augen
sehen. Gleichzeitig wurde eine atomare Bombe aktiviert und droht die ganze
Stadt zu zerstören. Beinah die gesamte Polizei von Gotham ist in der
Kanalisation eingesperrt. Nur ein kleiner Kreis von Rechtschaffenden bleibt
übrig, der die Stadt zurückgewinnen muss.
Im Vergleich zu seinem Vorgänger hat Nolan bei „The Dark
Knight Rises“ eine andere Erzählstruktur gewählt. Im zweiten Teil wurden wir
durch einen unmittelbaren Start in die Handlung geworfen und haben uns
fragmentarisch von Handlungsbogen zu Handlungsbogen durchgekämpft. In diesem
Film steht das große Ganze im Mittelpunkt: Das Schicksal der Stadt Gotham. Um
diesen Showdown wird die Handlung aufgebaut. Der Blick geht in die Breite,
zeitweilig übernimmt die Stadt selbst die Hauptrolle. Dieses Mal wurde in
Pittsburgh gedreht, ein ganz wichtiger Aspekt in der Darstellung Nolans. In
keinem der drei Filme ähnelt sich Gotham. Auch wenn es immer die gleiche Stadt
ist, setzt er in der Visualisierung bewusst neue Akzente. Wie wichtig dieses
Vorhaben ist, wird erst im dritten Teil klar.
Eine große Diskussion eröffnete die Meldung, dass Anne
Hathaway in den Catsuit schlüpfen
und eine weitere Figur im Batman – Universum darstellen
würde. Die Empörung und Angst, die zu Beginn dieser Debatte weiträumig
herrschte war durchaus nachvollziehbar. Schließlich wurden wir bisher bei der
Darstellung von Catwoman nicht sonderlich verwöhnt; allen voran Halle Berry.
Doch als hätte man es sich nicht schon denken können, findet diese Figur in
diesem Universum problemlos ihren Platz. Zum einen ist es nicht direkt Catwoman,
sondern die Person Selina Kay, die in der Handlung ihre Akzente setzt. Zum
anderen ist die Darstellung von Catwoman ein weiterer Beweis für die
Realitätsnähe, die alle drei Filme inne haben.
Ebenfalls mutig war die Entscheidung, zwei Figuren zu
erfinden, die keine unwichtige Rolle im Film spielen. Marion Cotillard als tiefgründige,
oberflächliche Society – Lady, die sich mit Wayne verbündet um sein Imperium zu
retten, sich aber später als der eigentlich Bösewicht des Films behauptet. Der
Überraschungsmoment dieser Enthüllung ist mehr als der übliche „Mindfuck“, der
am Ende eines Filmes einfach alles auf den Kopf stellen soll. Liebevoll wird
während der ganzen fast drei Stunden eine Hintergrundgeschichte erzählt, in der
der Zuschauer Bane erkennen soll, ihn allerdings in der Menge übersieht.
Cotillard’s Hintergründe sind glaubhaft, auch die Verbindung zu Liam Nesson’s
Ra’s Al Ghul.
Der ganz große Star des Filmes dürfte Joseph Gordon – Levitt
sein, dessen Officer Blake, später dann Detective, nicht nur mit einer größeren
Leinwandpräsens als Batman überzeugen darf. Er verkörpert all das, für was die
Stadt und ihre Menschen steht. Das Waisenkind, das zu dem großen Stifter Bruce
Wayne aufgesehen hat, vor allen anderen wusste, dass er Batman ist, und mit
seinem Platz bei der Polizei selbst in die Rolle eines Retters schlüpfen will,
um Kinder, wie er es einmal war, vor dem Bösen zu schützen. Er ist es, der
Batman rekrutiert, und für eine lange Spanne des Films der linke Arm von Gordon
ist, der die erste Hälfte in einem Krankenbett verbringt. Auch wenn das Nolan –
Universum nach diesem Film ausgedient hat, ist es dennoch gut zu wissen, dass
Levitt, nachdem er seinen Dienst quittiert hat, seine Bestimmung gefunden hat.
Für den Bösewicht dieses dritten Teils hat Nolan tiefer in
die Trickkiste greifen müssen. Heath Ledger‘s Darstellung des Jokers hat einen
festen Platz in der Filmgeschichte verdient. Selten konnte jemand so viel
Wahnsinn und Unberechenbarkeit in eine Figur legen wie er. Dennoch geht Tom
Hardy’s Bane einen Schritt weiter. Im Vergleich zum Joker ist dieser Charakter
durchweg im Bild, verliert aber nichts an seiner Bedrohlichkeit.
Ausschlaggebend dürfte die Maske sein, durch die seine Stimme eine hallende
Tiefe bekommt, und jedes gesprochene Wort wie tausend Alpträume klingt. Er
scheint unschlagbar zu sein, ist Batman weit überlegen und kann so auch nicht
von ihm besiegt werden.
Kein Nolan – Film ohne Musik. Ohne einen bombastischen Score,
der für die gefühlte gesamte Länge des Films jede Szene unterlegt. Es ist
mittlerweile zu einem Stilmittel und zu einem Kniff in der Inszenierungsweise
von Nolan geworden. Doch gerade dann macht es Spaß, eben damit zu spielen. Das
muss er sich gedacht haben, als er das Gespräch von Wayne und Alfred in beinah
vollkommener Stille hat führen lassen. Es war ein wichtiger Moment in der
Beziehung dieser Figuren, ein Bruch mit dem bisherigen Leben. Durch das
bewusste Weglassen eines Scores hat er diesem Moment den richtigen Ton
verliehen.
Die stärkste Eigenschaft seiner Regie ist die Bildgewalt,
die auch hier nicht zu kurz kommt. Eröffnet wird der Film durch eine
gigantische Entführung in der Luft, bei dem das eine Flugzeug ganz schnell ein
anderes auseinandernimmt. Dabei handelt es sich dann um das Pendant des sich
überschlagenden Lastwagens aus „The Dark Knight“. Auch die Szenen im Football –
Stadion übertreffen alles bisher gesehene. In absoluter Stille einen kleinen
Jungen die Nationalhymne singen zu lassen, um kurz darauf das gesamte Spielfeld
in die Luft zu jagen, so etwas kann sich nur ein Engländer erlauben. Doch je
größer die Explosion, umso bedeutungsvoller ist sie für die Story. Nichts
passiert bei ihm ohne Grund. Er verbindet die visuell starken Eindrücke mit
entscheidenden Momenten und Emotionen der Handlung.
Für den Schluss seiner Trilogie hat er sich etwas ganz
Großes aufgehoben. Es ist nicht der Kampf des Helden gegen einen Bösewicht; es
ist der Finalkampf einer ganzen Stadt um Gut und Böse. Hier geht es um mehr als
ein paar Dollar Mafiageld oder um verseuchtes Trinkwasser. In „The Dark Knight
Rises“ wird alles auf eine Karte gesetzt, und wir spüren, wie knapp wir von
einem Inferno entfernt sind. Und auch wenn Christopher Nolan am Ende doch etwas
konsequenter hätte sein können, trifft er letztendlich die richtigen
Entscheidungen und lässt uns zwar mit einigen offenen Fragen und komplexen
Entscheidungen zurück, doch wird dieses Kapitel hoffentlich für immer ruhen
lassen, ganz einfach weil es perfekt ist.
Mittwoch, 18. Juli 2012
[Filmkritik] The Amazing Spider-Man
Brauchen wir wirklich ein Reboot des Spiderman – Franchises?
Nein! Sam Raimi hat uns zwei wunderbare Filme und einen fragwürdigen dritten
Teil geschenkt, die eigentlich fürs erste reichen sollten. Denkste! Hollywood
richtet sich nur selten nach seinen Zuschauern, hat aber in den meisten Fällen
den längeren Atem.
Hier geht es in erster Linie um Attraktivität. Was kann uns
ein neuer Film, der Start einer weiteren Reihe, bieten, was uns bisher gefehlt
hat. In diesem Punkt hat der Film einiges im Angebot. Lassen wir einmal Rhys
Ifans außen vor, ein großartiger Schauspieler, der in die Rolle des Bösewichts
schlüpft.
Es ist das neueste Werk von Regisseur Mark Webb, der
unmittelbar auf seinen modernen Klassiker „(500) Days of Summer“ folgt. Ein
Film, mit dem er so unerwartet aber so berechtigt Hollywood im Sturm erobert
hat.
Hinzu kommt die Besetzung von Emma Stone. Eine
Schauspielerin, die momentan noch in der Nachwuchsriege einzustufen ist, aber
in den kommenden Jahren durch ihren kometenhaften Aufstieg auf dem Olymp
angekommen sein dürfte.
Die Ausgangssituation ist eine etwas andere. Wir befinden
uns nicht mehr in der Welt, in der Mary-Jane Parker „the girl next door“ ist.
Hier gehört Peter Parkers Herz Gwen Stacey, die in den verschiedensten
Comicreihen nicht selten die Hauptrolle übernimmt.
Und damit wären wir auch schon an einem Punkt angekommen,
den man dem Reboot zugute halten kann. Als Heath Ledger nach den Dreharbeiten
zu „The Dark Knight“ verstarb, häuften sich Gerüchte um eine Besetzung der Rolle
im Folgefilm „The Dark Knight Rises“ (der Joker taucht allerdings nicht mehr
auf). Irgendwann war die Diskussion an einem Punkt angelangt, man könne einem
anderen Schauspieler die Rolle geben, schließlich unterscheidet sich das
Aussehen einer Figur auch in den Comicheften. So sinnlos diese Alternative in
der Nolan – Reihe gewesen wäre, so berechtigt ist sie im Fall von „The Amazing
Spider-Man“.
Die Spinne ist eine der populärsten Comicfiguren überhaupt.
Wer einen flüchtigen Blick auf den Comicbuchmarkt wirft, entdeckt, dass es mehr
als eine regelmäßig erscheinende Reihe gibt. Und in jeder dieser Reihen
herrscht ein eigenes Universum. Die Figuren sehen anders aus, verschiedene
Handlungsstränge werden aufgezogen. So ist in der Reihe „Ultimate Spiderman“ Peter
Parker im vergangenen Jahr gestorben. In einem neuen Universum kann er dafür
frisch durchstarten. Auch wenn die Produktion eines Blockbusters etwas
aufwändiger ist als die eines Comicheftes, muss man sich einfach von dem
Gedanken lösen, dass der Film irgendetwas mit den Sam Raimi-Toby Maguire-Filmen
zu tun hat.
Und Webb gelingt es tatsächlich besser als erwartet, ein
neues Universum zu schaffen, das weit weg von den Raimis, Dark Knights und
Avengers stattfindet. Es scheint sogar, als würde er den Ton eines typischen
Comicheftes genau treffen.
Es wird mal wieder die sogenannte Origin-Story erzählt. Die
Geschichte, wie nach einem Spinnenbiss aus dem gewöhnlichen Menschen Peter
Parker ein durch die Lüfte fliegender Superheld wurde. Natürlich könnte man dem
Film vorwerfen, dass es unnötig wäre, wieder bei null anzufangen. Allerdings
erhofft man sich auf dieser Schiene eine neue Filmreihe aufzubauen, und da wir
uns in einem neuen Universum befinden, gibt es genügend Freiheiten, diesen
Anfang neu auszulegen, was Webb problemlos gelingt.
Auch das Schülerdasein geht dieser Figur leichter von der
Hand. Da gibt es natürlich den Rüpel, den Bully, der einen Heidenspaß hat, das
Leben der Nerds schwieriger zu machen, als es sowieso schon ist. Dennoch
gelingt Garfield, nie als mitteloser Trottel dazustehen. Vielmehr ist der Peter
Parker in der Darstellung von Andrew Garfield eine Art moderner Marty McFly,
der nicht immer ganz obenauf ist, aber in den wichtigen Momenten einen kühlen
Kopf bewahrt.
Wer Webb’s Erstling „(500) Days of Summer“ kennt, wird vor
allem das Zusammenspiel von Handlung und Musik zu schätzen wissen. Und wer sich
die Frage gestellt hat, wie sehr sich Neuling Webb von den großen
Hollywoodbossen hat verbiegen lassen, wird schnell eines besseren belehrt.
Neben den bekannten Luftsprüngen Spider-Man’s durch den Großstadtdschungel legt
er auch Wert auf das Zwischenmenschliche. Peter Parks Gang durch die Schulflure
bis hin zu Gwen Stacey mit The Shins’ „No Way Down“ unterlegt. Oder seine
ersten Versuche samt Skateboard in einer alten Fabrikhalle zu Coldplay’s „Til
Kingdom Come“. Definitiv eine Bereicherung für den Film.
Emma Stone überzeugt, natürlich, wie sie es bisher in jedem
ihrer Filme getan hat. Sie legt die Figur geschickt an, ein Vergleich zu Dunst’s
Mary-Jane ist nicht nötig. Im Gegenteil zu den anderen Handlungssträngen
erfährt Stone’s Gwen Stacey hier sehr schnell, welche Doppelrolle ihr neuer
Freund Peter Parker spielt und bekommt dabei einen ganz neuen Platz in der
Figurenkonstellation.
Denis Leary spielt den Polizeichef, und Stacey’s Vater, der
nicht nur sehr irritiert vom ersten Auftritt Parkers beim gemeinsamen
Abendessen ist, sondern auch nicht viel auf Spider-Man hält. Auch Sally Field
als Tante May ist eine große Bereicherung für den Film, auch wenn es scheint,
dass man sie zwischendurch vergessen hätte. Als würde sie sich keine Sorgen
machen, ihren Peter tagelang nicht zu sehen, während die ganze Stadt
zusammenfällt.
„The Amazing Spider-Man“ trifft den richtigen Ton, hebt sich
von seinem Vorgänger aus dem Jahr 2002 ab und hat seine Daseinsberichtigung
mehr als verdient. Webb findet die Balance zwischen Humor und Ernst, Action und
Besinnung. Wenn der Film nach über zwei Stunden sein relativ offenes Ende
findet, möchte man am liebsten weiterschauen. Die Besucherzahlen sprechen
dafür. Hoffen wir, dass Hollywood den Wink versteht und schnell nachlegt, so
lange Webb, Garfield und Stone noch die Frische in ihre Arbeit legen können,
die die Filme sehenswert macht.
9/10
Abonnieren
Posts (Atom)



