Jochen Rathmann's Bücher

Donnerstag, 22. November 2012

Zwei neue eBooks zur Weihnachtszeit!!!

Beide Titel werden ab kommender Woche als eBook-Download bei amazon.de verfügbar sein


Das Jahr neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und es stehen zwei neue Veröffentlichungen an, um eben jener Jahreszeit zu huldigen, in der manche Menschen sich von einer neuen Seite zu zeigen scheinen. Gerade darum wird es in meiner mittlerweile 8. und 9. Veröffentlichung gehen:

Ich bin der Weihnachtsgott und du bist der Feuerteufel


Gunnar führt ein beschauliches Kleinstadtleben. Er arbeitet bei einer Firma, die Gartengeräte vertreibt, hat eine ihn liebende Ehefrau und einen Sohn, der zu ihm aufschaut.
Als kurz vor dem Weihnachtsfest eine Serie von Brandstiftungen sein Stadtviertel aufschrecken lässt, scheint nur er alleine die Gefahr zu erkennen. Er widmet seine ganze Aufmerksamkeit dem Schutz seiner Familie, und seines Autos, auf die es der Feuerteufel abgesehen hat.

Mit viel Humor und Augenzwinkern wird aus dem spröden Gunnar ein noch viel spröderer „Held“, der mit gleich zwei Paintball-Waffen im Anschlag seine Familie und seine Nachbarschaft zu beschützen versucht.
Doch sein viel größerer Feind ist die für diese Jahreszeit übliche Witterung und seine Frau, die kurz vor den Festtagen ganz andere sorgen hat.


Weihnachtsfeier der Anonymen Alkoholiker


Der Kurzgeschichtenadventskalender – Jeden Tag eine kleine Episode aus Shakopee, der zweitschönsten Stadt der Welt.

Shakopee, eine idyllische Kleinstadt im Staate Minnesota. Das Weihnachtsfest steht vor der Tür und alles könnte so schön sein.
Hätte der Autoverkäufer Joel doch nur keinen Alkohol getrunken und damit seinen AA-Therapeuten Mr. Wallace auf den Plan gerufen. Währenddessen versucht sein Sohn Toby seine Jobs und seine Freundin, und auch seinen Vater, in den Griff zu bekommen.
Gleichzeitig hat Sheriff Boblowski ganz andere Sorgen. Die berüchtigten „Winter Wonderland-Gangster“ haben sich erneut angekündigt, die Festtage mit einer Serie von Morden und Raubzügen zu stören, dabei hat Boblowski die beiden doch erst im Jahr zuvor hinter Gitter gebracht.

Sollten diese Ereignisse etwa so kurz vor dem Fest der Liebe kollidieren?
Eines steht fest, diese Weihnachten wird keiner der Beteiligten so schnell vergessen.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

GIRLS: Lena Dunham und das "Sex and the City" - Problem




Ich gehöre zu denjenigen, die Lena Dunham vor ihrer ersten Fernsehserie „Girls“ entdeckt haben. Als ihr zweiter Spielfilm „Tiny Furniture“ die amerikanischen Filmfestivals überrannte und die Indie-Szene aufmischte, hatte sie ein jeder auf seinem Plan.

Ähnlich ging es da wohl dem Produzenten Judd Apatow, der unbedingt mit ihr arbeiten wollte und anbot, zu produzieren, was immer sie machen wolle. Dunham entschied sich für eine Fernsehserie beim renommierten TV – Sender HBO, keine dumme Idee.

Bei „Girls“ handelt es sich um eine kleine Serie, die etwas im Schatten der sendereigenen Großproduktionen wie „True Blood“ oder „Game of Thrones“ steht. Virales Marketing und ein serienbegeistertes Publikum reichten allerdings, um einen gewissen Hype zu starten.

Der größte Fehler, den man als Zuschauer machen kann, ist gar nicht erst einzuschalten. Warum es sich bei „Girls“ um die beste Fernsehserie aller Zeiten (seit 1991) handelt, werde ich aber in weiteren Texten veranschaulichen.

Die Serie hatte gute Quoten. Sie waren nicht perfekt, natürlich noch steigerbar, aber fürs erste zufriedenstellend. Zumindest so zufriedenstellend, dass HBO direkt eine zweite Staffel bestellt hat. Aber warum konnte die Serie auf Anhieb nicht mehr Zuschauer begeistern? Ich glaube, ein großes Manko lag in der einseitigen Berichterstattung vorab, bei der auch HBO keinen Grund sah, einzugreifen.

Egal welches Interview man mit Mitgliedern des Casts und der Crew las, überall wurde die HBO – Serie „Sex and the City“ erwähnt oder sogar vergleiche gezogen. Problematisch wird es nicht nur, weil „Girls“ so rein gar nichts mit dieser Serie zu tun hat. Es ist naheliegend, dass dieser Vergleich auch viele Zuschauer gekostet hat.

Nehmen wir diejenigen, die Lena Dunham und ihre Kunst nicht kennen, aber zunächst Interesse zeigen. Sie hören von den Vergleichen und schalten den Fernseher gar nicht erst ein. Andererseits gibt Sex and the City-Fans, die sich nach einem Ersatz sehnen. Sie schauen sich die Pilotfolge an, merken, dass sie hier falsch sind und schalten in Zukunft nicht mehr ein. Durch einen dummen Fehler in der PR – Kampagne hat man zwei Zuschauergruppen vertrieben.

Hinzu kommt, auch wenn der Titel oberflächlich etwas anderes suggeriert, dass es sich bei „Girls“ um keine wirkliche Frausenserie handelt, die auch nur von Frauen gesehen werden sollte. Adam Driver, der Schauspieler mit dem stärksten Charakter in der Serie, hat in einem Interview davon berichtet, dass viele Männer auf ihn zukommen, die die Serie ursprünglich mit ihren Freundinnen schauen mussten und dann zu den größeren Fans geworden sind.

Deswegen ist es wichtig, dass jeder, ungeachtet von allem, was er im Vorfeld gelesen hat, sich einfach die ersten Episoden anschaut und sich von keinen missglückten Marketingkampagnen fehlleiden lässt. Dafür ist „Girls“ eine viel zu starke Serie!

Girls in Deutschland: Mittwochs, 21:10 Uhr auf glitz*

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Cro - Raop Tour 2012 in St. Ingbert


Tourauftakt im Saarland!



Cro und sein Tourauftakt in Saarbrücken, keine schlechte Sache. Clueso hat es auch schon vor einigen Jahren getan und dürfte es nicht bereut haben. Allerdings kam es dann doch ganz anders. Die ursprüngliche Location „Garage“ hätte gerade mal geschätzt ein Viertel der Zuschauer fassen können, deswegen wurde das Konzert in die „Mechanische Werkstatt“ nach St. Ingbert gelegt, eine der unattraktiveren Locations im Saarland.

Als Support kündigte sich Sam an. Ein bisher unbekannter Nachwuchsrapper aus dem Hause Chimperator. Gegen halb acht eröffnete er zusammen mit seinem Bruder die Show, der vorwiegend in die Rolle von Psaiko.Dino schlüpfte, hinter seinem MacBook stand und seinen Bruder mit Musik versorgte, während dieser – man muss es so sagen – seinem vermutlichen Idol Cro nacheiferte. Auch hier dürfte im weitesten Sinne der neue Genrebegriff „Raop“ greifen, auch wenn Sam sein Hauptaugenmerk viel eher auf die Hip Hop – Anteile legt.
Die ersten zehn Minuten seiner Show waren sehen – und hörenswert. In kurzen 1-Minuten-Stücken bot er allerhand Variation. Viel melodisches, viele bekannte Töne mit neuen Texten, eben die Zauberformal Cro.
Danach gab es einige längere Stücke, die Zuweilen die Geduld des ein oder anderen Zuschauers auf die Probe stellte. Doch hier und da entdeckte man eine gelungene Melodie, die auch in den folgenden Tagen im Ohr blieb. Die Tanzeinlagen mit seinem Bruder sollten auch nicht unerwähnt bleiben.


Nach einer zwanzigminütigen Umbaupause ertönten die Klänge des Intros vom Album „Raop“. Die ersten Zeile gab Cro hinter der Bühne, heizte quasi das Publikum alleine an.
Es folgte eine gut 75minütige Show, die alles das vereinte, was Cro im vergangenen Jahr zelebrierte. Neben der schon bekannten Begrüßung „Hi Kids“ gab es ein breites Spektrum seiner Hits aus den Mixtapes „Easy“ und „Meine Musik“ sowie einiges aus dem ersten Album „Raop“.

Auf der Bühne gab es solide Leistungen. Sowohl von Cro und seinem Sidekick Psaiko.Dino, als auch von den beiden Musikern, die er seit dieser Tour an seiner Seite hat.

Auch wenn der Draht zu seinem Publikum spürbar war, hätte man sich schon die ein oder andere individuelle Note gewünscht. Nicht zuletzt wegen seiner Teilnahme am von Stefan Raab initiierten Bundesvision Songcontest, bei dem er zusammen mit „Die Orsons“ für das Saarland angetreten ist und einen fabelhaften fünften Platz (das erste und letzte mal, dass das Saarland nicht unter den letzten 3 landen wird) erzielt hat.

Auch wenn er gerne noch die ein oder andere Zugabe hätte geben dürfen, war das Publikum nach dieser Show vollends zufrieden. Bei all dem Hype um seine Person darf man auch nicht vergessen, dass ihn vor einem Jahr so gut wie niemand kannte. Er hat sich nicht unter Wert verkauft, hat aber noch genügend Luft nach oben gelassen.

Auch wenn man seinen Interviews entnehmen kann, dass er lieber im Stillen an seinem eigenen Modelabel arbeiten möchte, ist es nur schwer vorzustellen, dass er in Zukunft keine neuen Alben mehr produzieren und noch die ein oder andere Deutschlandtour geben wird. Dann gerne wieder im Saarland, und vielleicht in einer besseren Location.

Donnerstag, 27. September 2012

[JR: At the Movies] Resident Evil: Retribution 3D




Resident Evil: Retribution 3D
7/10
2012 / Paul W.S. Anderson / mit Milla Jovovich, Michelle Rodriguez, Sienna Guillory, Aryana Engineer, Bingbing Li, Boris Kodjoe, Johann Urb,…

Die Resident Evil – Reihe ist sicherlich eine der interessanteren Erscheinungen der jüngsten Kino – Historie. Von den Kritikern verschmäht scheinen sich die Macher der bisher fünf Filme strikt an ihr Konzept zu halten und landen damit sichere Erfolge an den Kinokassen. Auch die Tatsache, dass es sich um Videospielverfilmungen handelt – die von der Zielgruppe immer ganz besonders streng beäugt werden – spricht für die Reihe.

Und auch wenn man den Filmen vieles vorwerfen kann, so wird jeder Teil von einer ganz besonderen Charakteristika geprägt. Wie oft kommt es vor, dass man jeden Teil einer Reihe (mit mehr als drei Filmen) problemlos zuordnen kann? Der erste Teil, der ausschließlich im Keller der Umbrella Corporation spielt, die nächtliche Flucht aus der Stadt, die Wüste, der Wolkenkratzer ins Los Angeles und auch in „Retribution“ gibt es wieder einen ganz besonderen Schauplatz, bzw. Schauplätze. Diese Differenzierung ist mir bei den Saw – Filmen nicht möglich.

Beschäftigt man sich dann aber etwas genauer mit der Handlung, fällt das Urteil erheblich nüchterner aus. Spätestens dann, wenn die Schauspieler zu ihren Dialogen ansetzen, müsste man sich als williger Zuschauer die Ohren zuhalten und sich über das optische Spektakel freuen. Mit einer Handlung wurde sehr sparsam umgegangen, die Dialoge sind vollends ungenießbar. In der deutschen Fassung dürfte auch die Synchronarbeit eine Teilschuld tragen.

Im äußeren Rahmen behält der Film sein Konzept bei. In den ersten Minuten bekommen wir eine Zusammenfassung der ersten vier Teile. Am Ende des Filmes stehen wir (wie am Ende des vierten Teils „Afterlife“) am eigentlichen Anfang eben jener Apokalypse, der ein baldiges Ende gut tun würde.

Doch wie selten ein anderer Film ist „Retribution“ zu 100% Augenkino. Auch im Zeitalter von „The Walking Dead“ schaffen die Macher es, neue Aspekte der Untoten aufzuzeigen. Ein besonderes Highlight ist die Anfangssequenz, bei der wir den Angriff des Rettungsschiffes vom Ende des vierten Filmes in rückwärtslaufenden Bildern mit einem bombastischen Score serviert bekommen. Aber auch die darauf folgende Alice – Vater – Mutter – Kind – „Vision“ hält den ein oder anderen Überraschungsmoment bereit.

Technisch gibt es kaum etwas an „Resident Evil: Retribution“ auszusetzen. Man war sich seiner Stärken bewusst und hat diese bis zum Maximum ausgeschöpft. Auch von schauspielerischer Seite her gibt es wenig zu bemängeln. Zwar wird mit Klischees nicht gegeizt, aber immerhin Milla Jovovich blieb ihrer kühlen Darstellung der Alice treu.

Auch wenn die Kampfszenen im Eis sich wie das Ende der Reihe anfühlen, zeigt die Schlusssequenz, dass wir in Zukunft mit einem weiteren Kapitel rechnen können. Doch auch wenn diese Wünsche zumeist unerhört bleiben, kann man Anderson und seinem Team nur raten, sich um einen ordentlichen Abschluss zu bemühen, bevor das Studio den Hahn abdreht. Dafür machen die Filme einfach zu viel Spaß.

Donnerstag, 6. September 2012

[JR: At the Movies] The Cabin in the Woods - Filmkritik


The Cabin in the Woods
9,5/10
2011 / Drew Goddard / mit Kristen Connolly, Chris Hemsworth, Fran Kranz, Anna Hutchinson, Richard Jenkins, Bradley Whitford,…


Drew Goddard dürfte all denjenigen bekannt sein, die im Vorspann der Fernsehserie “Lost“ aufmerksam die Credits studiert haben. Er kommt aus der J.J. Abrams – Clique und zeichnet sich für viele sehenswerte Fernsehstunden verantwortlich. Doch die wenigsten dürften wissen, dass er auch schon für die Vampirjägerin „Buffy“ und das Spin-Off „Angel“ geschrieben hat. So ist es keine große Überraschung, dass sich Goddard und Joss Whedon vor einigen Jahren für ein Wochenende in einem Hotelzimmer eingemietet haben mit der Aufgabe, ihren Lieblingshorrorfilm zu schreiben. Nach einigen Produktionsschwierigkeiten und lange Wartezeiten für jeden echten Fan, hat der Film es dann letztendlich doch noch in die Kinos geschafft.

Über „The Cabin in the Woods“ zu schreiben fällt schwer, da der ganze Film eine Wundertüte ist und bis zur letzten Sekunde für die ein oder andere ordentliche Überraschung gut ist. Deswegen ist es nicht die Aufgabe dieser Kritik, jeden „Mindfuck“ – Moment preiszugeben und ausführlich zu besprechen. Einschlägige Inhaltsangaben und Besprechungen verraten zu viel, doch ganz ohne Informationen fällt es schwer, der Brillanz des Filmes zu würdigen.

Die Frage, die unausweichlich im Raum steht ist, wie es ein Film, der scheinbar eine abgedroschene 08/15 – Story erzählt, innerhalb kürzester Zeit einen Hype und Mythos solchen Ausmaßes aufbauen kann. Schließlich gibt der Titel genau das vor, was im Film passiert. Und 1981 hat Sam Raimi mit dem „Tanz der Teufel“ einen genreprägenden Film mit eben dieser Handlung gedreht.

Hier ist es eben nicht nur die Gruppe von Teenagern, die einen lustvollen Ausflug ins Grün planen. Hier steht eine zweite Instanz im Mittelpunkt, die ich einfach Die Beobachter nennen möchte. Sie spielen bei allem, was im Film passiert, eine elementare Rolle. Ihnen selbst gehören in den ersten zwei Drittel des Films die genialsten Momente. Sie sind von der ersten Szene an im Bild, handeln ganz bewusst, und alles, was sie machen, wirft beim Zuschauer noch mehr Fragen auf.

Und genau hier liegt die Stärke des Films. Alles wirkt irgendwie bekannt, die Zusammenstellung der Jugendlichen entspricht den typischen US – Idealen: der Sportler, der Schlaue, die Schüchterne,... . Doch nichts passiert hier ohne Grund.

Wegen der durchdachten Szenenaufteilung wird beim Zuschauer eine neue Grundhaltung aufgebaut. Whedon und Goddard führen uns bewusst an der Nase herum, lüften jeden Handlungsstrang nur Stück für Stück auf, aber immer nur, wenn sie es auch wirklich wollen; und sind dem Zuschauer immer einige Schritte voraus (wie es im Idealfall immer sein sollte!).

Selbst wenn das letzte Drittel des Filmes seine atemberaubenden Züge annimmt, kann man immer noch nur erahnen, was dort gerade passiert. Eine vollständige Aufklärung bleiben sie uns nicht schuldig. Nach all der Unwissenheit und den ordentlichen, handgemachten Splattereffekten, mit denen durchaus nicht gespart wird, wird die Bedeutung der Hütte im Wald aufgelöst. Und dafür wird noch einmal ganz tief in die Trickkiste gegriffen. Und sie haben alles richtig gemacht!