Jochen Rathmann's Bücher

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Montag, 15. Januar 2018

Top 21 Filme 2017

01 La La Land
02 Es
03 The Big Sick
04 The Meyerowitz Stories (New and Selected)
05 Bang Bang Baby
06 Jim and Andy: The Great Beyond
07 Okja
08 Mein Leben als Zucchini
09 Get Out
10 Lion

11 Spider-Man: Homecoming
12 Dunkirk
13 Verborgene Schönheit
14 Elle
15 The Babysitter
16 Coco
17 Schloss aus Glas
18 Wonder Woman
19 Logan: The Wolverine
20 Blade Runner 2049
21 Alien: Covenant 

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79 – Liste der gesehenen Filme 2017

20th Century Women
A Christmas Story Live!
A Very Merry Toy Store
Alien: Covenant
All Roads Lead to Rome
Arsenal
Baby Driver
Bang Bang Baby
Barry Seal: Only in America
Battle of the Sexes
Baywatch
Blade Runner 2049
Coco
Die Jones – Spione von nebenan
Die Mumie
Die Schöne und das Biest
Die Verführten
Die versunkene Stadt Z
Die Weihnachtsstory
Dirty Dancing '17
Dunkirk
Elle
Es
Fences
Free Fire
Get Out
Ghost in the Shell
Girls Night Out
Guardians of the Galaxy Vol. 2
Hacksaw Ridge
Handsome: Ein Netflix Krimi
Hell or High Water
Hidden Figures
Ich – Einfach unverbesserlich 3
Jackie
Jim and Andy: The Great Beyond
Justice League
Kong: Skull Island
La La Land
Life
Lion
Live By Night
Logan: The Wolverine
Loving
Mädelstrip
Manchester By The Sea
Mein Fake-Date
Mein Leben als Zucchini
Monster Trucks
Moonlight
mother!
Mudbound
Northpole – Weihnachten steht vor der Tür
Okja
Patton Oswalt: Annihilation
Pirates of the Carribean: Salazars Rache
Power Rangers
Regeln spielen keine Rollen
Sandy Wexler
Schloss aus Glas
Spider-Man: Homecoming
Split
Star Wars: Die letzten Jedi
The Babysitter
The Big Sick
The Dark Tower
The Darkness
The Dinner
The Disappointments Room
The Dramatics – A Comedy
The Lego Batman Movie
The Meyerowitz Stories (New and Selected)
The Monster
USS Indianapolis – Men of Courage
Valerian – Die Stadt der tausend Planeten
Verborgene Schönheit
Voyeur
Why Him?
Wonder Woman


 

Samstag, 13. Januar 2018

Favorite Books of 2017


Gavin Edwards - The Tao of Bill Murray
John Green - Turtles All The Way Down
Gay Talese - The Voyeur's Motel
Dennis Lehane - Live By Night
Sara Majka - Cities I've Never Lived In
Stephen King - Finder's Keepers
Ariel Levy - The Rules Do Not Apply
Eden Sher - The Emotionary
Mark Frost - Twin Peaks: The Final Dossier
Mark Frost - The Secret History of Twin Peaks

Freitag, 12. Januar 2018

Die besten TV-Serien 2017

TWIN PEAKS: THE RETURN
Besser wird es wohl nicht mehr werden. Selten solch eine Euphorie vor dem Start erlebt. Man wusste nicht wirklich, was man erwarten sollte. Glücklicherweise hat David Lynch mit diesen „Erwartungen“ gekonnt gespielt und gemacht, was er machen wollte und dabei nicht versucht, irgendwelche Fan-Theorien zu befriedigen. Obwohl ich gerne ein Procedural gesehen hätte, wie Dale Cooper kaffeeschlürfend in seinem Trench-Coat durch Twin Peaks läuft und mysteriöse Fälle löst. Woche für Woche.

STRANGER THINGS 2
Wann hat man das schon einmal erlebt, dass die zweite Staffel noch mehr abliefert als das sowieso schon sehr starke erste Jahr? Die Duffer Brothers sind auf dem richtigen Weg und es würde mich nicht wundern, wenn die dritte Staffel noch einmal eine Schippe drauf packt, auch wenn es dann etwas leiser werden soll.

SHERLOCK 4
Drei Filme für die Ewigkeit. Der erste Teil auf gewohnt hohem Niveau mit emotionalem Ende, welches aber durch die Literaturvorlage unausweichlich und wichtig für den Fortlauf ist. Der zweite Teil neben „Ein Skandal in Belgravia“ ein Highlight dieser Reihe. Der dritte Film vielleicht an der ein oder anderen Stelle etwas drüber, aber noch einmal mit einem Knall die Bühne verlassen. Und diese letzten zwei Minuten sind der perfekte Abschluss für eine durch und durch perfekte Erzählung. Wäre das DAS Ende der Reihe, man könnte damit leben.

EERIE, INDIANA
Etwas Nostalgie. Obwohl, ist es Nostalgie, wenn man bis vor vier Monaten gar nicht wusste, dass es solch eine Serie gab? Eine etwas ungewöhnliche Kleinstadt und ein Junge, der den Rätseln um ihn herum auf den Grund gehen möchte. Kreativer Berater war Joe Dante, der bei einigen Folgen auch die Regie übernahm. Genauso wie Bob Balaban, den man in dieser Funktion auch nur selten wahrnimmt. Leider nach 19 Episoden im Jahr 1992 abgesetzt, funktioniert die Serie aber auch heute noch.

VERRÜCKT NACH DIR
Damals lose ein paar Folgen gesehen, hatte die Serie in Deutschland kaum eine Chance. Doch nachdem eine Lieblingsschauspielerin in der Late Night-Show von Seth Meyers über ein Fanfiction-Drehbuch sprach, welches sie vor Jahren für „Mad About You“ geschrieben hat, musste ich doch einen genaueren Blick auf die Serie werfen. Helen Hunt und Paul Reiser sind das perfekte Paar, der Humor ist richtig platziert und nicht zu aufdringlich. Habe ich mir bisher nur einige lose Folgen angesehen, werde ich nun alle sieben Staffeln nachholen, schließlich hört man, dass ein Revival quasi schon in den Startlöchern steht.


Donnerstag, 30. März 2017

#currentlyreading Sara Majka 'Cities I've Never Lived In'


Amazing stories. Some feel like fragments from unfinished novels. Some are just standalone masterpieces – especially White Heart Bar and Saint Andrews Hotel.

Sonntag, 26. Februar 2017

filmKritic ausgabe 03 mit Hidden Figures, Manchester By The Sea und Hell or High Water

HIDDEN FIGURES ist starkes Unterhaltungskino. Regisseur Melfi findet schnell eine interessante Erzähldynamik und behält diese bis zum Ende bei. Auch wenn Nebenfiguren wie die von Kirsten Dunst oder Jim Parsons etwas hölzern und steif wirken, sind es doch die drei Hauptdarstellerinnen, die den Film so sehenswert machen. Vor allem Janelle Monáe, die in diesem Jahr auch als Schauspielerin von sich Reden macht und zusammen mit ihrer Leistung in MOONLIGHT einen extrem beeindruckenden Start vor der Kamera hinlegt. Man hätte sich aber gerne noch einige Ecken und Kanten gewünscht, damit der Film am Ende nicht zu glatt daherkommt.

Gerade erst lief JACKIE in den Kinos. Ein grauenvoller Film, der versucht, der traurigste Film aller Zeiten zu sein. Gescheitert ist diese Geschichte natürlich, weil man es zu sehr wollte. Ein Film, der nüchtern, klar und deutlich eine berührende Geschichte erzählt ist MANCHESTER BY THE SEA. Ein Film, den man durchaus als überaus traurig und melancholisch bezeichnen darf. Die Geschichte eines gebrochenen Mannes, der wahrlich leiden muss, und man sich irgendwann die Frage stellt, ob es jetzt nicht genug wäre. Doch Autorenfilmer Kenneth Lonnergan gelingt es, das Szenario sich immer mehr zuspitzen zu lassen, doch dabei nie künstlich und überzogen zu wirken. Casey Affleck schient wirklich wie gemacht für diese Rolle. Er ist wahrlich nicht für jede Hauptrolle geeignet, so kann er hier groß aufspielen. Man wünscht ihm, dass in Zukunft weitere Regisseure seine Stärken so gezielt zum Vorschein bringen können.

Der eigentliche Star von HELL OR HIGH WATER ist im Film gar nicht zu sehen, bzw. hat nur einen kurzen Auftritt auf einem Pferd reitend, wie er, die brennenden Felder im Hintergrund, seine Herde über die Straße treibt, auf der gerade Jeff Bridges unterwegs ist. Einst Schauspieler, widmet sich Taylor Sheridan nun verstärkt dem Drehbuchschreiben. Schon viel Beachtung für seinen Erstling SICARIO bekommen, perfektioniert er hier seine erzählerische Stimme. Eine kleine, einfache Geschichte, die vor allen Dingen durch seine starken Charaktere lebt. Hier wird der Fokus nicht auf schnelle Action und platte Dialoge gelegt, sondern eine eigene kleine Welt in ihrer Vollkommenheit zu rekonstruieren. Am Ende ist die Geschichte der Raubserie auserzählt, aber die der überlebenden Figuren geht in unseren Köpfen weiter.




Freitag, 24. Februar 2017

filmKritic ausgabe 02 mit Fences, Hacksaw Ridge und Jackie

FENCES basiert auf dem gleichnamigen Drama von August Wilson, der auch die Filmadaption vor seinem Tod im Jahr 2005 verfasste. Entsprechend dialoglastig und locationgebunden sieht es der äußere Rahmen vor. Auch wenn Denzel Washington zwischen den Szenen Verbindungsstücke einbauen kann, wo das Theater an seine Grenzen stoßen würde, zeugt die Inszenierung von einer großen Intelligenz. Washington kennt den Stoff und weiß um seine Stärke. Vor sieben Jahre hatte er ihn schon zusammen mit Viola Davis am Broadway gespielt und kennt die Dynamik, die beide aufbringen können, weswegen er mit dem Hinterhof und zwei, drei Räumen im Haus ausreichend Bühne hat, wo sich nicht nur die beiden Hauptdarsteller austoben können. 140 unaufgeregte, dialogreiche Minuten, die keine Sekunde langweilen. Auch so geht großes Kino.
 
HACKSAW RIDGE hat eine Seele. Eine Seele, die von einem großartigen Cast getragen wird. Doch vor allem von Andrew Garfield. Regisseur Mel Gibson hat eine ganz eigene Art, den Stoff aufregend und brutal zu inszenieren, dabei eine Harmonie zu komponieren. Es ist auch kein Film, der ausschließlich im Kriegsgeschehen spielt. In der ersten Hälfte wird der lange Kampf eines Mannes geschildert, der für seine Prinzipien einsteht, egal was es ihn kostet. Er bleibt sich treu, zieht mit guten Absichten in den Krieg und ist am Ende ein gefeierter Held. Dabei verzichtet Gibson bewusst auf übertriebenen Patriotismus, sondern erzählt eine rohe und schroffe Geschichte klar und schnörkellos.

Der Film JACKIE macht wütend, weil er zu keiner Sekunde versucht, ehrlich und aufrichtig eine Geschichte zu erzählen. Der Film JACKIE macht wütend, weil ich das erste Mal einen Greta Gerwig-Film sehe, in dem mich Greta Gerwig nervt. Statt das Potential der Beteiligten vor und hinter der Kamera zu nutzen, gibt es hier den Versuch zu sehen, im Stile einer Sketch Show, historisch ausgiebig dokumentierte Ereignisse lieblos nachzustellen. Man hat als Zuschauer kein gutes Gefühl, der Regisseur bedient einen ekelerregenden Voyeurismus, um den man ihn nicht gebeten hat. Man hat sich hier bewusst die dunkelste Phase im Leben der Jackie Kennedy ausgesucht, weil man den traurigsten Film von allen machen wollte. So als nehme ein Songwriter seine Gitarre zur Hand und sagt: Jetzt schreibe ich das traurigste Lied aller Zeiten. Wird niemals funktionieren. Genauso wenig wie der Film JACKIE.





Mittwoch, 22. Februar 2017

filmKritic ausgabe 01 mit LA LA LAND

Nicht selten wundert man sich über Filme, deren Lobeshymnen einem schon Wochen vor dem Start entgegenfliegen und eine Hysterie ausbricht - die aber später dann doch eigentlich nur ganz okay waren.
LA LA LAND hat diese Hysterie ausgelöst und sämtliche Lobeshymnen eingespielt und doch wird er den Vorschusslorbeeren nicht gerecht. Die Freude und der Jubel über den Film müsste noch viel größer sein, als es sowieso schon ist, um auch nur annähernd der Genialität gerecht zu werden.
Der Film funktioniert auf so vielen Ebenen, dass man eigentlich die kommenden Monate nichts anderes sehen müsste. Selbst ohne die perfekt eingespielten und choreografierten Musical-Sequenzen würde das Gesamtwerk bestehen können. Alleine schon durch die Kameraarbeit, wie sie in den stillen Momenten den Darstellern oder ihren Blicken folgt, sie umkreist, stehen bleibt.
LA LA LAND ist einer dieser Filme, über den wir heute sprachen würden, wie wir es mit Casablanca machen, wäre LA LA LAND vor 70 Jahren erschienen. Wo man am liebsten nach dem Abspann im Kinosessel sitzen bleibt und dem Vorführer die Szenen zuruft, die man unbedingt nochmal sehen muss.
LA LA LAND ist ein Film über Träume, der wie ein Traum daherkommt …

-Spoiler-

und weil es am Ende kein Happy End gibt, bekommen wir eine Happy End-Vision in einer filmischen Traum-Montage (inklusive Super 8-Look) angeboten, was natürlich funktioniert, weil es auf den einen Traum mehr oder weniger nicht mehr ankommt. Und es gut tut, dass das Happy End nicht real ist und beide sich mit einem stummen Nicken mehr gesagt haben, als es mit allen Worten möglich wäre.


Donnerstag, 12. Januar 2017

DIE BESTEN FILME DES JAHRES 2016


01 ROOM (abrahamson)
02 SING STREET (carney)
03 THE INVITATION (kusama)
04 NOCTURNAL ANIMALS (ford)
05 TONI ERDMANN (ade)
06 THE HATEFUL EIGHT (tarantino)
07 ZOOMANIA (howard, moore, bush)
08 BATMAN V SUPERMAN: DAWN OF JUSTICE (snyder)
09 THE LADY IN THE VAN (hytner)
10 10 CLOVERFIELD LANE (trachtenberg)

Mittwoch, 11. Januar 2017

DIE BESTEN BÜCHER DES JAHRES 2016


22:04 (ben lerner)
auerhaus (bov bjerg)
biografie (maxim biller)
bucky fucking dent (david duchovny)
der goldene handschuh (heinz strunk)
die toten (christian kracht)
du hättest gehen sollen (daniel kehlmann)
kompass (mathias enard)
panikherz (benjamin von stuckrad-barre)
the girls (emma cline)

Dienstag, 10. Januar 2017

DIE BESTEN TV-SERIEN DES JAHRES 2016

  • das Netflix-Spektakel STRANGER THINGS
  • die ersten beiden Staffeln DOCTOR WHO mit dem Rose-Moment
  • das mehrstündige Lady Gaga-Musikvideo AMERICAN HORROR STORY: HOTEL
  • das Musical NEO MAGAZIN ROYALE (Episode „Der Misérable“ vom 2. Juni 2016)
  • drei Staffeln Zeitgeist mit CATFISH: THE TV SHOW
  • fünf Staffeln Anwaltsgeplänkel in SUITS
  • leider nur eine Staffel der THE MICHAEL J. FOX SHOW
  • den 2016er Jahrgang von DAS LITERARISCHE QUARTETT
  • Back to the 80s mit DIE GOLDBERGS
  • so vertraut, gleichzeitig doch so fremd: GILMORE GIRLS – EIN NEUES JAHR
  • das hoffentlich nicht einmalige LOVE, NINA
  • bis zum letzten Tanz mit 11.22.63 – Der Anschlag
  • fünf Staffeln der besten Serie dieses Jahrzehnts: DOWNTON ABBEY


Montag, 19. Dezember 2016

filmJournaille #0 mit Rogue One: A Star Wars Story

ROGUE ONE ist ein toller Film.
Großes Kinoerlebnis, aufregende Popcorn-Unterhaltung. Gute Leistung des gesamten Schauspielensembles. Gut gegen Böse. Etwas Humor. Rache. Schuld und Sühne. Action. Detaillierte Spezialeffekte. Ein wahrhaft würdiger Vertreter des Science Fiction-Genres. Aber...

ROGUE ONE ist ein miserabler Star Wars-Film!
Star Wars ist eine äußerst emotionale Angelegenheit. Gehen wir davon aus dass Episode 8 und 9 das Niveau halten, haben wir am Ende eine Reihe von Filmen, die alle aufeinander aufbauen, deren Charaktere alle miteinander verbunden sind und man das gesamte Narrativ als eine Einheit betrachten darf.
ROGUE ONE hat damit nichts zu tun. Doch leider versucht der Film die ganze Zeit, uns das Gefühl zu geben, doch Teil jenes Gesamtpaktes zu sein. Merkwürdige Kurzauftritte von bekannten Gesichtern, die man sich hätte sparen können. Unangebrachte Emotionalität, die die Gefühle der drei Trilogien aufwirbeln soll, obwohl wir wissen, dass wir nie wieder etwas mit den Rogue One-Charakteren zu tun haben werden.
Hätte man solche Momente weggelassen und diese Lücken dann mit für den Film sinnvolleren Inhalten gefüllt, hätte es gar keine Rolle mehr gespielt, ob ROGUE ONE „a Star Wars Story“ ist oder nicht. Es wäre vielleicht ein noch besserer Film geworden, dem man dennoch größten Respekt zollen muss, dass er am Ende bis zur Schmerzgrenze und sogar noch darüber hinaus geht. Etwas, was man in millionenschweren Hollywood-Produktionen leider viel zu selten sieht.


Donnerstag, 1. Dezember 2016

Gilmore Girls oder Warum die letzten vier Worte nicht die allerletzten vier Worte sind

- Obligatorische Spoilerwarnung -

Vor gut einer Woche kam es dann tatsächlich zu der großen Gilmore Girls-Reunion bei Netflix und diesen ominösen letzten vier Worten, die von der Serienschöpferin Amy Sherman-Palladino, geschickt angeteast, die letzten Jahre alle Fans der Serie zu wilden Spekulationen veranlasst haben.

Und auch wenn man sich dann am Ende irgendwie mehr gewünscht hätte, ist die Lösung des Rätsels: Was. Ich. Bin. Schwanger.

Doch ist nun nach „Was. Ich. Bin. Schwanger.“ wirklich alles vorbei? 

Geht es nach Palladino, scheint sie sehr glücklich damit zu sein, nach dem Staffel 7-Desaster endlich ihren persönlichen Frieden und Abschluss gefunden zu haben. Zumindest erzählt sie das derzeit in Interviews. Aber ganz im Ernst, wer die letzten Minuten aufmerksam verfolgt hat, wird wissen, dass das Ende noch in weiter Ferne liegt.
Amy Sherman-Palladino hat nicht nur das „letzte“ Drehbuch geschrieben, sondern auch das „Finale“ inszeniert. Sie wusste also ganz genau, was sie macht.

Also Schlussszene: Was. Ich. Bin. Schwanger. Schnitt. Abspann.

Wo ich herkomme, sieht so ein handelsüblicher Cliffhanger aus und nicht das Ende einer großen Geschichte.

Hätte sie die Serie wirklich mit diesen vier Worten beenden wollen, hätte es so aussehen müssen: Was. Ich. Bin. Schwanger. Beide gucken sich an. Leiser Gesang (la la la la la la lala). Die Kamera entfernt sich langsam bis zur Totalen auf Stars Hollow. Abblende. Ende.

Das wäre ein runder Abschluss. Oder statt des La La-Gesangs meinetwegen auch „There She Goes“ von Sixpence Non The Richer. Jener Song, mit dem die Serie vor über sechzehn Jahren ihren Anfang fand.
 
Aber so ein flotter Cliffhanger-Schnitt nach dem „Was. Ich. Bin. Schwanger.“, so endet keine große Geschichte. Das wissen wir, und das weiß auch Amy Sherman-Palladino.

Ist die Kaffeetasse halb voll oder halb leer?


Dienstag, 1. November 2016

The Witch FILMKRITIK

(2015, Robert Eggers)

Das Schlimmste an „The Witch“ ist: Ich schätze diese Art von Film eigentlich sehr. Ich ziehe sie sogar die meiste Zeit anderen Filmen vor. Und oberflächlich ist das auch alles wahnsinnig interessant, doch wird es dann leider ganz schnell belanglos. Alles wirkt aufgesetzt. Der Horror, der überall angekündigt wird, bleibt irgendwie aus.
Heute muss jeder Horrorfilm der extremste, brutalste, schaurigste, gruseligste des Genres sein; doch dann muss man auch abliefern.
Einziger Lichtblick ist die Hauptdarstellerin Anya Taylor-Joy, als die der Hexerei bezichtigte Tomasin. Doch wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo 'ne Ziege her.


Mittwoch, 26. Oktober 2016

KAUM WORTE zu „Weit über das Land“ von Peter Stamm

Thomas hat keine Lust mehr. Zwei Kinder und eine Ehefrau im Haus, steht er auf und geht einfach weg. Vielleicht für immer, vielleicht nur für einige Jahrzehnte. Mit Verlaub, Thomas ist ein Arschloch, ein Egomane, ein Protz. So spießig, dass mit das Aufregendste auf seiner Exkursion der kurze Aufenthalt in einem Bordell ist, wo er die Bar nicht ein einziges Mal verlässt.

Ansonsten läuft Thomas einfach durch die Gegend. Viel Wald, Natur. Seitenlange Beschreibungen liefert Peter Stamm, wie jedes einzelne Blatt, auf dem der frische Morgentau seine Entfaltung findet, vom Lied des Windes getragen, gebrochen an den ersten Sonnenstrahlen eines aufgehenden Tages... Im Endeffekt lesen sich alle Thomas-Passagen wie diese Landlust-Pornografie, die derzeit von allen überschätzt für so populär gehalten wird. Man ärgert sich auf jeder zweiten Seite und sehnt sich nach einer Rückkehr zu der wahren Heldin des Buches:

ASTRID. Eben jene Frau, die plötzlich ohne Mann dasteht. Sie ist ratlos, überfordert, versucht zu schützen, was längst verloren ist. Ergibt sich dem gesellschaftlichen Drang. Muss sich und ihr Leben neu ordnen, was nicht gelingen will. Ihre Hoffnung ist eine Illusion, die sich nach und nach auflöst. Ob sie nun am Ende ein Happy End findet muss jeder selbst entscheiden. Zumindest der Leser kann sich immer dann glücklich schätzen, wenn ihre Geschichte im Vordergrund steht.


Montag, 24. Oktober 2016

London Has Fallen FILMKRITIK

(2016, Babak Najafi)

Wer einen charismatischen Action-Helden mag …
Wer eine wahre Männerfreundschaft schätzt, die sogar weit über den Tod hinausgehen würde …
Wer die Bösewichte klischeeüberladen mag …
Wer die Logik nicht ganz so ernst nimmt …
Wer immer noch nicht genug Plansequenzen gesehen hat, wo der Held „ohne Schnitt“ drei Minuten durch eine Straße läuft und alles niederschießt, was sich bewegt …
Wer möchte, dass die deutsche Bundeskanzlerin Agnes Bruckner heißt und als erste von Terroristen erschossen wird …
Wer testosterongeladene Dialoge schätzt, die mit einer Eisenstange zusammengehämmert wurden …
Wer Testosteron im Allgemeinen mag …
Für den ist „London Has Fallen“ der Film aller Filme.
Für den Rest wird es etwas schwieriger.


Donnerstag, 20. Oktober 2016

KAUM WORTE zu „The Secret History of Twin Peaks“ von Mark Frost_teil eins von zwei

Als vor gut zwei Jahren eine dritte Staffel der Fernsehserie „Twin Peaks“ angekündigt wurde, war das alles zu schön um wahr zu sein. Als dann auch noch ein Roman des Ko-Schöpfers Mark Frost in Aussicht gestellt wurde, welcher erzählerisch die 25jährige Lücke schließen sollte, glich das alles einem Hauptgewinn für jeden Fan.
Nach einigem logistischen hin und her ist nun endlich die dritte Staffel, unter den allerbesten Voraussetzungen, im Kasten und auch das terminlich oftmals verschobene Buch halten wir nun in den Händen. Allerdings ist es doch nicht der als „The Secret Lives of Twin Peaks“ angekündigte Lückenfüller. Also was genau ist dann diese „Secret History of Twin Peaks“?

FBI Special Agent TP (deren vollständigen Namen wir erst auf der letzten Seite erfahren) bekommt von Deputy Director Gordon Cole (der einst Dale Cooper nach Twin Peaks schickte) ein Dossier, welches man an einem Tatort sichergestellt hat und die gesamte Geschichte dieser kleinen Stadt in sich birgt. Ob nun verschollene Briefe der Forschungsreisenden Lewis und Clark, geheime UFO-Akten oder die Speisekarte vom Double R Diner. Eine mysteriöse Person namens „The Archivist“ hat alle Materialien zusammengetragen und textlich kommentiert, während eben jene TP dieses Gesamtwerk auf Herz und Nieren prüft und ihre eigenen Ansichten hinzufügt. So entsteht beim Leser eine Lektürehaltung, die man häufig bei den Werken von Mark Z. Danielewski einnimmt.

Die ersten beiden große Fragen, die sich sofort stellen, sind, wer sich hinter dem Pseudonym des Archivisten versteckt und ob TP die Person ist, die dann in der dritten Staffel frisch und fast unvoreingenommen, wie einst Dale Cooper, diese magische Kleinstadt in Washington betreten wird? Man könnte sogar soweit gehen, die Schauspielerin Amy Shiels hinter dem neuen Hauptcharakter zu vermuten. Aber dafür ist es noch etwas zu früh.


Dienstag, 18. Oktober 2016

How to be Single FILMKRITIK

(2016, Christian Ditter)

Dieser Film wollte so zuckersüß, frisch und ungezwungen sein. Und vielleicht hätte man ihm das auch abgenommen. Abgesehen davon, dass man Dakota Johnson die Unschuld vom Lande nicht mehr abnehmen möchte und Rebel Wilson auch irgendwann mal aufhören sollte, nur die Rebel Wilson-Rolle zu spielen.
Aber. Das große ABER des Films ist die merkwürdige Erzählstruktur, die die meiste Zeit überhaupt keinen Sinn ergibt. Die Drehbuchautoren konnten sich nicht entscheiden, ob sie eine üppige Geschichte geradlinig oder episodisch erzählen wollten. Also hat man alles irgendwie zusammengedrückt und Konstellationen unter den einzelnen Figuren geschaffen, die sich zu keinem Zeitpunkt rechtfertigen. Irgendwie hat hier jeder mit jedem zu tun, aber meistens dann doch niemand mit irgendwem. Größtes Opfer dieses erzählerischen Chaos ist Alison Brie, die man problemlos aus dem Film hätte herausstreichen können. Es wäre gar nicht aufgefallen.


Donnerstag, 13. Oktober 2016

KAUM WORTE zu „Biografie“ von Maxim Biller

Würde man alles aus „Biografie“ herausstreichen, was nicht von höchster Bedeutung für den Inhalt ist, wäre der Roman so lang wie „Esra“.
Also hält man hier ein sehr geschwätziges und vor allem schweres Buch in den Händen. Und genau das macht bei der – nicht immer leichten – Lektüre Spaß. Dieser Roman ist nicht für alle; ist er aber auch nicht gedacht. Man muss öfters im üppigen Namensverzeichnis auf den ersten Seiten nachlesen, wer jetzt nochmal wer und warum jemand hier oder dort ist, aber nach einiger Zeit hat sich das Problem wie von selbst gelöst, weil man sehr schnell den roten Faden entdeckt hat, der auf gut 900 Seiten blassrosa schimmert, oder es auch oft keine allzu große Rolle spielt.
Es ist ein Spiel mit der Sprache und ein wilder Ritt quer durch die Welt. Zügiges Umdenken, auch während eines einzelnen Satzes, wird gefordert, da man als Leser schnell und viel herumkommt.
Natürlich kann man Maxim Biller vorwerfen, dass er öfters mal das Wesentliche aus den Augen verliert. Doch sind es gerade diese kleinen Momenten, in denen scheinbar nichts relevantes passiert, die zu den stärksten Augenblicken der Erzählung gehören. Und davon gibt es reichlich. Man muss nur den Mut und die Ausdauer haben, in diese Welt einzutauchen.