Jochen Rathmann's Bücher

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Dienstag, 10. Januar 2017

DIE BESTEN TV-SERIEN DES JAHRES 2016

  • das Netflix-Spektakel STRANGER THINGS
  • die ersten beiden Staffeln DOCTOR WHO mit dem Rose-Moment
  • das mehrstündige Lady Gaga-Musikvideo AMERICAN HORROR STORY: HOTEL
  • das Musical NEO MAGAZIN ROYALE (Episode „Der Misérable“ vom 2. Juni 2016)
  • drei Staffeln Zeitgeist mit CATFISH: THE TV SHOW
  • fünf Staffeln Anwaltsgeplänkel in SUITS
  • leider nur eine Staffel der THE MICHAEL J. FOX SHOW
  • den 2016er Jahrgang von DAS LITERARISCHE QUARTETT
  • Back to the 80s mit DIE GOLDBERGS
  • so vertraut, gleichzeitig doch so fremd: GILMORE GIRLS – EIN NEUES JAHR
  • das hoffentlich nicht einmalige LOVE, NINA
  • bis zum letzten Tanz mit 11.22.63 – Der Anschlag
  • fünf Staffeln der besten Serie dieses Jahrzehnts: DOWNTON ABBEY


Freitag, 1. August 2014

[JR Filmkritik 2014] Veronica Mars


Veronica Mars
10/10

Eines muss man tun, bevor man auch nur anfängt über den Film zu sprechen: Den Machern der Serie den größtmöglichen Respekt zu zollen. Nach gefühlt jeder abgesetzten oder fristgerecht beendeten Serie folgen Statements a la WIR WERDEN NOCH EINMAL ZURÜCKKEHREN oder das böse R-Wort: EINE REUNION WIRD ES IN NAHER ZUKUNFT MIT SICHERHEIT GEBEN. Rob Thomas und der Cast der 2007 beendeten Serie "Veronica Mars" haben sich gedacht, ihre Fans nicht mit leeren Worthülsen zu belästigen und einfach aus dem Bauch heraus eine Kickstarter-Kampagne gestartet, und damit Crowdfunding-Geschichte geschrieben.

Ob man nun die Serie zuvor gesehen haben sollte, sei einmal dahingestellt. Abgesehen von der Tatsache, dass die NUR 64 Episoden der Serie auf dem Pflichtprogramm eines jeden Film- und Fernsehfans stehen sollte, kommt Rob Thomas den Neptune-Neulingen entgegen. Er verzichtet darauf, hinter jedem Satz eine Doppeldeutigkeit zu verstecken. Er begegnet jedem Zuschauer offen. Es ist nunmal so, dass vermutlich die meisten Zuschauer des Films die Serie kennen und den Figuren und Handlungsorten auf einer anderen Ebene begegnen, als diejenigen, die zum ersten Mal vorbeischauen.

Geht es um die Handlung und den Ideenreichtum selbst, hat Rob Thomas vermutlich die Sehnsüchte eines jeden Fans erfüllt. Veronica Mara kehrt nach Neptune zurück, weil ihr ehemaliger Freund Logan Echolls seine Freundin umgebracht haben soll. Und weil man irgendwie ja doch noch einmal jedem Charakter über den Weg laufen wollte, gibt es auch noch ein Klassentreffen, bei dem die ein oder andere unliebsame Erinnerung erneut ans Tageslicht gebracht wird.

Nach zwei Stunden reibt man sich verträumt die Augen und fragt sich, ob es dass schon wieder gewesen sein soll. Es ist der Nachteil einer solchen "Reunion", dass eben keine 22 frische Episoden bereitstehen, sondern der ganze Spaß schneller wieder vorbei ist, als es einem Recht ist. Und doch hat es sich mehr als gelohnt. Und mit etwas Glück bleibt Thomas an seiner Veronica Mars dran und verwirklicht seine Pläne, ein filmisches Franchise a la James Bond aufzuziehen. Denn wer einmal durch die Straßen Neptunes gelaufen ist, möchte dort nie wieder weg.

"Veronica Mars" ist seit dem 31.07.2014 auf BluRay und DVD erhältlich.

Freitag, 14. März 2014

Die Sache mit Harald Schmidt und dem Late Night-Genre


Hätte Harald Schmidt Respekt vor dem Late Night-Genre,
so wie er es all die Jahre herunter gepredigt hat und
bei Conan, Leno und Letterman
-nachweisbar-
kopiert und imitiert hat,
hätte er eine beachtliche Laufbahn
19 Jahre
im Stil der ganz Großen
seinen Vorbildern
mit bewegenden und geschichtsträchtigen, nachwirkenden
Worten beendet, und nicht mit

„schnelle verabschiedung“
PUNKT
„meine damen und herren“
PUNKT
„das war's“
PUNKT
„dankeschön“
PUNKT
„fantastische 19 jahre“
PUNKT
„ihnen alles gute“
PUNKT
„merci und guten abend“
PUNKT
„tschau“
ENDE

Was gab es noch zu erwarten
von jemandem,
der seine Seele ans Bezahlfernsehen verkauft hat...
ans DEUTSCHE Bezahlfernsehen.

Ein Abschied,
so glorreich wie seine vergangenen zwei Jahre.
Ein ganz Großer.

Dienstag, 7. Januar 2014

Top Ten Serien 2013


Top Ten Serien 2013
Staffel in ()

01 Girls (2)
02 Castle (5)
03 Pretty Little Liars (1,2)
04 Gossip Girl (1-5)
05 Melissa & Joey (1,2)
06 Chuck (4)
07 Hawaii Five-O (1,2) / The Glades (1-3)
08 Breaking Bad (5)
09 The Following (1)
10 Prison Break (1-4)

Donnerstag, 18. Oktober 2012

GIRLS: Lena Dunham und das "Sex and the City" - Problem




Ich gehöre zu denjenigen, die Lena Dunham vor ihrer ersten Fernsehserie „Girls“ entdeckt haben. Als ihr zweiter Spielfilm „Tiny Furniture“ die amerikanischen Filmfestivals überrannte und die Indie-Szene aufmischte, hatte sie ein jeder auf seinem Plan.

Ähnlich ging es da wohl dem Produzenten Judd Apatow, der unbedingt mit ihr arbeiten wollte und anbot, zu produzieren, was immer sie machen wolle. Dunham entschied sich für eine Fernsehserie beim renommierten TV – Sender HBO, keine dumme Idee.

Bei „Girls“ handelt es sich um eine kleine Serie, die etwas im Schatten der sendereigenen Großproduktionen wie „True Blood“ oder „Game of Thrones“ steht. Virales Marketing und ein serienbegeistertes Publikum reichten allerdings, um einen gewissen Hype zu starten.

Der größte Fehler, den man als Zuschauer machen kann, ist gar nicht erst einzuschalten. Warum es sich bei „Girls“ um die beste Fernsehserie aller Zeiten (seit 1991) handelt, werde ich aber in weiteren Texten veranschaulichen.

Die Serie hatte gute Quoten. Sie waren nicht perfekt, natürlich noch steigerbar, aber fürs erste zufriedenstellend. Zumindest so zufriedenstellend, dass HBO direkt eine zweite Staffel bestellt hat. Aber warum konnte die Serie auf Anhieb nicht mehr Zuschauer begeistern? Ich glaube, ein großes Manko lag in der einseitigen Berichterstattung vorab, bei der auch HBO keinen Grund sah, einzugreifen.

Egal welches Interview man mit Mitgliedern des Casts und der Crew las, überall wurde die HBO – Serie „Sex and the City“ erwähnt oder sogar vergleiche gezogen. Problematisch wird es nicht nur, weil „Girls“ so rein gar nichts mit dieser Serie zu tun hat. Es ist naheliegend, dass dieser Vergleich auch viele Zuschauer gekostet hat.

Nehmen wir diejenigen, die Lena Dunham und ihre Kunst nicht kennen, aber zunächst Interesse zeigen. Sie hören von den Vergleichen und schalten den Fernseher gar nicht erst ein. Andererseits gibt Sex and the City-Fans, die sich nach einem Ersatz sehnen. Sie schauen sich die Pilotfolge an, merken, dass sie hier falsch sind und schalten in Zukunft nicht mehr ein. Durch einen dummen Fehler in der PR – Kampagne hat man zwei Zuschauergruppen vertrieben.

Hinzu kommt, auch wenn der Titel oberflächlich etwas anderes suggeriert, dass es sich bei „Girls“ um keine wirkliche Frausenserie handelt, die auch nur von Frauen gesehen werden sollte. Adam Driver, der Schauspieler mit dem stärksten Charakter in der Serie, hat in einem Interview davon berichtet, dass viele Männer auf ihn zukommen, die die Serie ursprünglich mit ihren Freundinnen schauen mussten und dann zu den größeren Fans geworden sind.

Deswegen ist es wichtig, dass jeder, ungeachtet von allem, was er im Vorfeld gelesen hat, sich einfach die ersten Episoden anschaut und sich von keinen missglückten Marketingkampagnen fehlleiden lässt. Dafür ist „Girls“ eine viel zu starke Serie!

Girls in Deutschland: Mittwochs, 21:10 Uhr auf glitz*

Dienstag, 10. Januar 2012

MEINE TOP TEN 2011 - TV SERIEN

Vielleicht etwas später, als man es von anderen Stellen kennt, aber schließlich liegt das alte Jahr kaum zwei Wochen zurück, und irgendetwas hallt immer noch nach. Deswegen werde ich von heute an bis einschließlich Donnerstag meine Top 10 – Listen des vergangenen Jahres veröffentlichen:

Montag, 09.01.2012 – Musik (+Songs)
Dienstag, 10.01.2012 – TV Serien
Mittwoch, 11.01.2012 – Bücher
Donnerstag, 12.01.2012 – Filme


Die Top 10 TV Serien des Jahres 2011:

01.    American Horror Story (Staffel 1 Episode 1 - 7)
Wenn man meint, alles schon gesehen zu haben, spuckt das Pay – TV gerade mal so eine der innovativsten Serien aus, die das Fernsehen seit langem gesehen hat. Bisher konnte jede Episode eine Steigerung verzeichnen. Ein extrem starker Pilotfilm wird schon von der zweiten Folge überholt. Was auch immer noch kommen mag, selbst an schlechten Tagen wird diese Serie besser sein als alles andere.

02.    Eureka (Staffel 1 - 4.1)
Kaum entdeckt, wurde die Serie auch schon wieder abgesetzt. Schade, aber immerhin gibt es noch etwas Nachschub, bis sich die Tore von GD auf immer schließen werden. Eureka ist Popcorn – TV im wahrsten Sinne. Auch wenn sich jede Folge an ein striktes Muster hält und die Charaktere nicht durch Tiefe glänzen, kreativ ist das alles schon.

03.    Warehouse 13 (Staffel 1 und 2)
Im Serienuniversum von Eureka angelegt geht es hier nicht um große Erfindungen, sondern kleine Artefakte, die die Sicherheit der Menschheit alle 40 Minuten aufs Neue bedrohen. Ähnlich wie bei Eureka läuft vieles nach Schema F, das Ausmaß der Produktion bleibt überschaubar. Gleichzeitig kann aber jede neue Folge mit tollen Ideen aufwarten. Langeweile ausgeschlossen.

04.    The Walking Dead (Staffel 1)
Zuerst passiert Jahrelang nichts, und dann offenbart das Jahr zwei grandiose Horrorserien. Hier widmet man sich dem Subgenre der Zombies, und niemand geringeres als Frank Darabont hat die erfolgreiche Graphic Novel – Reihe fürs Fernsehen adaptiert. Ein fantastischer Cast mit viel Potenzial für die kommenden Jahre.

05.    Californication (Staffel 4)
Hank Moody ist eine Institution. Auch wenn ich in dieser Staffel ein klein wenig Demut verzeichnen muss. Natürlich geht heutzutage die Literatur und das Filmgeschäft Hand in Hand, dennoch habe ich gehofft, dass dieses Thema schon in der ersten Staffel abgehandelt wurde. Ich hätte mich über eine Staffel gefreut, in der der literarische Schaffensprozess im Mittelpunkt gestanden hätte, diesen Aspekt habe ich vermisst. Doch wie man hört, erschien zu Beginn der fünften Staffel ein weiterer Moody, man darf hoffen.

06.    Glee (Staffel 1 und 2.1)
Wo Ryan Murphy all diese Ideen herholt (siehe American Horror Story) soll sein Geheimnis bleiben, so lange er diese Qualität abliefert. Besonders reizvoll an seinen Serien ist, dass er nicht nur den Piloten macht und sich dann als Executive Producer versteckt, er schreibt jedes zweite Skript persönlich.
Glee ist Pop – Kultur aller erster Klasse. Auch ein Generationswechsel in den nächsten Jahren dürfte die Serie ohne größere Schäden verkraften.

07.    Pushing Daisies (Staffel 1)
Ein Opfer des Autorenstreiks im Jahre 2007/08; ist es fast schon dramatisch dabei zuzusehen, wie eine erstklassige Serie schon nach wenigen Episoden eingestellt wurde. Eine fantastische Besetzung und viel Kreativität und Herzblut in jeder Szene.

08.    Haven (Staffel 1)
Ein bisschen Krimi, Thriller, Horror und ein Schuss Humor, ab und an Anspielungen auf Stephen King (der zwar die Romanvorlage geschrieben hat, sich aber von Beginn an von diesem Projekt distanziert und keinerlei Mitarbeit stattgefunden hat). Eine Frage, deren Antwort ich mir noch schuldig bin: Wäre ich an der ersten Staffel auch ohne Emily Parker drangeblieben? Vielleicht finde ich eine Antwort in der zweiten Staffel.

09.    In Treatment (Staffel 2)
Nach der Trennung zog es Paul nach New York, von wo er in einer neuen Praxis eine Handvoll neuer Patienten betreut. Der Wechsel tut der Serie gut. Auch wenn es nur schwer einzuschätzen ist, wie eine zweite Staffel in den gleichen vier Wänden ausgesehen hätte, hat der Charme des vorwinterlichen New Yorks weitaus mehr zu bieten. Allen voran Alison Pill, die ihre Geschichte ähnlich überzeugend wie schon Mia Wasikowska in Staffel 1 spielt. Allerdings könnte sich 3sat etwas mehr am Ausstrahlungsmodell von HBO orientieren; ein dreiviertel Jahr ist doch etwas zu lang.

10.    Stuckrad Late Night (Staffel 1)
Vermutlich ist es vielmehr ein Nachruf. Es heißt zwar, dass man sich gerade in einer kreativen Umbauphase befände, doch genau ein Jahr nach Start der ersten Staffel ist ein neues Ausstrahlungsdatum noch weit entfernt. Gleichzeitig besetzen Joko & Klaas den Sendeplatz mit ihrem grandiosen „neoParadise“. Stuckrad hätte einen besseren Sendeplatz und kontinuierliche Zeiten verdient. Man muss hoffen, dass er eine zweite Chance bekommt.

Runner Up: Nummer 6
Alles hat ein Anfang. Und hört man von Serien wie Twin Peaks, Akte X und alles, was darauf folgt, soll man die Ursprünge in dieser Serie von 1967 finden. Die Serie ist auch heute noch mehr als zeitgemäß, tolle Bücher und eine erstaunliche Kulisse. Mit gerade einmal 17 Folgen hat „The Prisoner“ zur perfekten Balance gefunden.

[Bewertet wurden alle Serien, die ich im Jahr 2011 gesehen habe.]

Donnerstag, 22. September 2011

BREAKING NEWS: Die erste und letzte Ausgabe

+++„Was liest du?“ ist zurück!!! Innerhalb der „Harald Schmidt Show“ wird Jürgen von der Lippe ab und an neue Bücher vorstellen+++

+++Herles ein Trittbrettfahrer/
Kaum schafft es jemand mit einer neuen individuellen Idee nach ganz oben auf die Bestseller – Listen, ziehen sämtliche Verlage nach und verlegen nach genau diesen Mustern. Nachdem Herles in der neuen Literatursendung „Das blaue Sofa“ den neuen Schirach runtergebürstet hat, hält er grinsend genau so ein Buch in die Kamera und versucht mit aller Macht den Erzählband „Verbrechen“ zu leugnen, der er kurz vorher in den höchsten Tönen gelobt hat. Auf solch eine professionelle Literaturkritik hat Deutschland gewartet+++

+++Geschlagene sechs Stunden schaut man sich einen Wettkampf zwischen einem allseits beliebten Entertainer und einem unsympathischen Kandidaten an, damit dann um 2:00 Uhr nachts der Kandidat 1,5 Millionen Euro gewinnt, in einem Stechen, nachdem er zwei Flummis regelwidrig aufgefangen hat, und der Durchgang eigentlich hätte wiederholt werden müssen+++

+++Eigentlich sollte mir der Pilotfilm von „The Walking Dead“ als Inspiration für die letzten Schübe meiner Arbeit am „Untitled Weihnachten/Horror Roman“ dienen. Doch leider komme ich jetzt nicht mehr zum arbeiten, da ich den Drang verspüre, alle Episoden der ersten Staffel zu schauen. Immer und immer wieder dieser Darabont+++

+++Die größte Enttäuschung in meiner Karriere als Musikfan ist das neue Album von Blink 182. Ich hätte nie gedacht, dass ich es tatsächlich abstellen würde, noch bevor das letzte Drittel erreicht ist. Dafür läuft gerade „Take Off Your Pants And Jackets“ in einer Endlosschleife. Ein Prosit auf die guten alten Zeiten+++

+++Gätjen ist angekommen+++

+++Philip Roth arbeitet über ein Jahr an einem Roman wie „Jedermann“; wer es sich erlauben kann+++

Dienstag, 17. Mai 2011

Opdenhövel geht, Gätjen kommt


Das hätte sich Stefan Raab sicherlich anders vorgestellt. Nach einer harten Woche Arbeit für die Moderation des diesjährigen Eurovision Songcontest aus Düsseldorf (DIE ARBEIT HAT SICH GELOHNT) hat er am Montagabend sichtlich entspannt und routiniert durch seine eigene Sendung geführt.

Relativ früh ließ sich allerdings abzeichnen, dass eine ganze Menge Arbeit auf ihn warten wird:
     1.       Wird es im Frühjahr „Unser Star für Baku“ geben?
     2.       Verlässt Opdenhövel wirklich Brainpool und Pro7 um zur ARD zu gehen.

Die erste Frage hat er wohl indirekt beantwortet, indem er in seinem Monolog vom Monat lautstark „Baku wir kommen!“ schrie, um eine MAZ über die Hauptstadt Aserbaidschans einzuleiten.

Noch unerwarteter kommt dann allerdings die Meldung rund um Matthias Opdenhövel der am Dienstagvormittag bekannt gab, dass er ab Juli 2011 zur ARD wechseln wird um die Sportschau im Moderationskarussell mit Gerhard Delling und Reinhold Beckmann moderieren wird, um dann ab 2012 Vollzeit inklusiver eigener Prime Time – Show im öffentlich-rechtlichen Arbeiten wird.

Das ist natürlich schade für alle eingefleischten Raab – Fans, die über die vergangenen Jahre gesehen haben, wie Opdenhövel von seinem unscheinbaren Auftreten zu einem der besten Livemoderatoren aufgestiegen ist. Doch was ist für die Ewigkeit?

Noch überraschender kam dann die Meldung, dass ab Juni, der nächsten  regulären Schlag den Raab – Ausgabe, nicht Opdenhövel seinen Abschied feiern wird, sondern Steven Gätjen seine erste, und hoffentlich nicht letzte, Moderation antritt.

Als ausgemachter Film – und Fernsehfan hat mich diese Personalie überaus erfreut. Gätjen fehlt noch einiges, um mit den großen Hunden des Fernsehgeschäfts zu pinkeln, er ist aber auf dem besten Weg dorthin.

Das erste ESC – Halbfinale auf Pro7 durfte er an der Seite von Legende Peter Urban moderieren, und hat auf Anhieb die Konfrontation mit der technischen Panne bestanden. 

Wer wie ich jede Oscar-Nacht vor dem Fernseher verbringt, ist auch mit seinen Auftritten auf dem roten Teppich vertraut. Und gerade die letzten beiden Jahre ist er mir sehr positiv in Erinnerung geblieben. Auch wenn er oft den Eindruck verbreitet, er wisse gar nicht, wovon er redet, so hat er in all den Jahren, in denen ich die Verleihung geschaut habe, nie etwas falsches gesagt. Man muss natürlich nicht jedes Jahr Sandra Bullock fragen, ob sie das Interview auf Deutsch führen möchte, aber seine perfekte Vorbereitung lässt ihn nur selten ratlos neben den Stars und Sternchen stehen
.
Gätjen hat, ähnlich wie Opdenhövel, eine ziemlich lockere Art, ist flexibel und auch redegewandt.  Vor allem sein Humor wird wohl zu SdR (und vermutlich auch allen anderen Raab – Events) passen. 

Stutzig macht es natürlich schon, dass Opdenhövel keine Möglichkeit hat, sich ein letztes Mal auf großer Bühne von den Privaten verabschieden zu dürfen. Vor allem bei Schlag den Raab, eine Sendung die häufig einzig und allein durch seine Auftritte die hohe Qualität halten konnte. Besonders dann, wenn Raab nach Spiel 2 nach jedem Luftzug schnappt, und das war in den letzten Monaten nicht selten.

Natürlich kann man sich jetzt die wildesten Bilder im Kopf zusammenspinnen, was am Dienstagmittag (17.Mai 2011) unterm Dach von Brainpool vor sich ging, ich glaube aber nicht, dass Opdenhövel von Raab & Co verstoßen wurde.

Viel wichtiger ist es eben, Gätjen frühzeitig in die Materie einzuführen. Die Juni – Ausgabe von SdR wird die letzte vor der Sommerpause sein. Läuft alles schief; Gätjen geht in der fünf Stunden Show unter oder beschließt aus eigener Kraft heraus, dass dich überhaupt nicht sein Fall ist, bleibt immer noch der Sommer, um einen Ersatz für den Herbst zu finden. Deswegen ist es gar nicht so unklug, Gätjen ins kalte Wasser zu werfen und zu schauen, was er daraus macht.

Ganz wichtig ist nur, dass man ihm die Zeit lässt, in die Rolle zu finden. 

Und Matthias Opdenhövel wird sicherlich noch die Möglichkeit bekommen, sich von seinem Raab – Publikum zu verabschieden, bevor er sich dann den wahren Sportlern widmet.