Jochen Rathmann's Bücher

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Dienstag, 10. Januar 2017

DIE BESTEN TV-SERIEN DES JAHRES 2016

  • das Netflix-Spektakel STRANGER THINGS
  • die ersten beiden Staffeln DOCTOR WHO mit dem Rose-Moment
  • das mehrstündige Lady Gaga-Musikvideo AMERICAN HORROR STORY: HOTEL
  • das Musical NEO MAGAZIN ROYALE (Episode „Der Misérable“ vom 2. Juni 2016)
  • drei Staffeln Zeitgeist mit CATFISH: THE TV SHOW
  • fünf Staffeln Anwaltsgeplänkel in SUITS
  • leider nur eine Staffel der THE MICHAEL J. FOX SHOW
  • den 2016er Jahrgang von DAS LITERARISCHE QUARTETT
  • Back to the 80s mit DIE GOLDBERGS
  • so vertraut, gleichzeitig doch so fremd: GILMORE GIRLS – EIN NEUES JAHR
  • das hoffentlich nicht einmalige LOVE, NINA
  • bis zum letzten Tanz mit 11.22.63 – Der Anschlag
  • fünf Staffeln der besten Serie dieses Jahrzehnts: DOWNTON ABBEY


Donnerstag, 1. Dezember 2016

Gilmore Girls oder Warum die letzten vier Worte nicht die allerletzten vier Worte sind

- Obligatorische Spoilerwarnung -

Vor gut einer Woche kam es dann tatsächlich zu der großen Gilmore Girls-Reunion bei Netflix und diesen ominösen letzten vier Worten, die von der Serienschöpferin Amy Sherman-Palladino, geschickt angeteast, die letzten Jahre alle Fans der Serie zu wilden Spekulationen veranlasst haben.

Und auch wenn man sich dann am Ende irgendwie mehr gewünscht hätte, ist die Lösung des Rätsels: Was. Ich. Bin. Schwanger.

Doch ist nun nach „Was. Ich. Bin. Schwanger.“ wirklich alles vorbei? 

Geht es nach Palladino, scheint sie sehr glücklich damit zu sein, nach dem Staffel 7-Desaster endlich ihren persönlichen Frieden und Abschluss gefunden zu haben. Zumindest erzählt sie das derzeit in Interviews. Aber ganz im Ernst, wer die letzten Minuten aufmerksam verfolgt hat, wird wissen, dass das Ende noch in weiter Ferne liegt.
Amy Sherman-Palladino hat nicht nur das „letzte“ Drehbuch geschrieben, sondern auch das „Finale“ inszeniert. Sie wusste also ganz genau, was sie macht.

Also Schlussszene: Was. Ich. Bin. Schwanger. Schnitt. Abspann.

Wo ich herkomme, sieht so ein handelsüblicher Cliffhanger aus und nicht das Ende einer großen Geschichte.

Hätte sie die Serie wirklich mit diesen vier Worten beenden wollen, hätte es so aussehen müssen: Was. Ich. Bin. Schwanger. Beide gucken sich an. Leiser Gesang (la la la la la la lala). Die Kamera entfernt sich langsam bis zur Totalen auf Stars Hollow. Abblende. Ende.

Das wäre ein runder Abschluss. Oder statt des La La-Gesangs meinetwegen auch „There She Goes“ von Sixpence Non The Richer. Jener Song, mit dem die Serie vor über sechzehn Jahren ihren Anfang fand.
 
Aber so ein flotter Cliffhanger-Schnitt nach dem „Was. Ich. Bin. Schwanger.“, so endet keine große Geschichte. Das wissen wir, und das weiß auch Amy Sherman-Palladino.

Ist die Kaffeetasse halb voll oder halb leer?


Dienstag, 20. September 2016

Ep X Ep / Revenge / Staffel 4 / Episode 23 / Ende

Natürlich ist das immer so eine Sache. Wie gelingt das perfekte Serienende? Kann man eine bestimmte Serie überhaupt den ganz eigenen, persönlichen Abschluss finden lassen? Im Fall von „Revenge“ wäre das tatsächlich möglich gewesen. Eine Serie, die drei Jahre lang überaus unterhaltsam war und sich in der vierten und letzten Staffel dazu entschieden hat, einen äußerst merkwürdigen Weg einzuschlagen. Aber selbst dann wäre es noch im Bereich des Möglichen gewesen, ein glückliches Ende geschehen zu lassen.
Aber – und hier fangen die üblichen und in diesem Fall leider nicht zu vermeidenden Spoilerwarnungen an – den einzig Wahren, the one and only, David Clarke, um den es in jeder Sekunde der Serie ging, der von den Toten auferstanden ist, dessen Reinwaschung mehrere Menschen ihr ganzes Leben gewidmet haben, wenige Sekunden vor Schluss, an einer für die Sendung absolut irrelevanten Krankheit sterben zu lassen, ja das, meine Damen und Herren, ist der absolute Hohn und neutralisiert nachträglich die Bedeutung der Serie.

Montag, 29. August 2016

Ep X Ep / The Night Of / Episode 1 / The Beach

Natürlich geht es in dieser Miniserie um eine Story, wie sie permanent durch jeden drittklassigen Krimischmöker gezogen wird. Und auch die Tatsache, dass es sich um eine HBO-Produktion handelt, sollte nicht automatisch alle Zweifel verschwinden lassen. Dass aber der großartige Autor Richard Price an allen Drehbüchern beteiligt war, ja das klingt vielversprechend.
Und tatsächlich gelingt Regisseur Steven Zaillian mit der ersten Folge „The Beach“ ein beeindruckendes Stück Fernsehunterhaltung, wie man es nicht alle Tage finden kann, und das man aufgrund der stolzen Laufzeit von 80 Minuten durchaus als eigenständiges Filmwerk betrachten darf.
Es ist gar nicht möglich abzuschalten, weil jede Szene nur noch neugieriger macht, wie es weitergeht. Obwohl man weiß, dass die Hauptfigur Naz am Ende hinter Gittern landen muss, ist die Spannung kaum zu ertragen. Zaillians Bildsprache, und wie er diese äußerst glanzlose Ecke von New York szenisch einfängt, grenzt nahezu an das Genie dieses Mannes.
Da stellt man sich freiwillig die Frage: Möchte ich da überhaupt dranbleiben?
Denn: Kann die Qualität dieses ersten starken Eindrucks überhaupt gehalten oder gesteigert werden?
Und: Wenn nicht, bleibt uns dann wenigstens „The Beach“?
Ja, ich habe tatsächlich einige Momente gezögert. Aber, Hallelujah, Gott sei dank habe ich dann weitergemacht.

Montag, 8. August 2016

Ep X Ep / Downton Abbey / Staffel 3 / Episode 2 / Die Welt im Wandel

Das Highlight dieser Episode ist eigentlich nur ein kleiner Moment, eine verbale Geste, die das gesamte Konzept der Serie auf einen Punkt bringt. Wegen eines internen Streits der Angestellten des Hauses, wurden, um dem Kammerdiener Thomas das Leben zu erschweren, die Hemden von Lord Grantham versteckt. Was nun diesen zwingt, für das anstehende abendliche Dinner eine Garderobe zu wählen, die seiner und des Anlasses alles andere als würdig ist. Als dann auch noch der Herd in der Küche ausfällt, scheint das Chaos perfekt. Man muss umsatteln, improvisieren. Etwas, was den älteren Granthams fern liegt. Um diesen Schock zu verdauen, bittet die Dowager of Grantham einen nahestehenden Diener um einen Drink. Doch da sie die Person nur aus den Augenwinkeln wahrgenommen hat, verleitete sie der Anblick seines Gewandes zu der Annahme, dass dies seine Aufgabe sei. Stattdessen war es ihr Sohn in seiner Ausweichgarderobe.