Jochen Rathmann's Bücher

Sonntag, 24. Februar 2013

[OSCAR COUNTDOWN 2013] MY PICKS

Best film
  • Amour
  • Argo
  • Beasts Of The Southern Wild
  • Django Unchained
  • Les Miserables
  • Lincoln
  • Life Of Pi
  • Silver Linings Playbook
  • Zero Dark Thirty
Best actress
  • Jessica Chastain - Zero Dark Thirty
  • Jennifer Lawrence - Silver Linings Playbook
  • Emmanuelle Riva - Amour
  • Quvenzhane Wallis - Beasts of the Southern Wild
  • Naomi Watts - The Impossible
Best actor
  • Daniel Day Lewis - Lincoln
  • Bradley Cooper - Silver Linings Playbook
  • Hugh Jackman - Les Miserables
  • Joaquin Phoenix - The Master
  • Denzel Washington - Flight
Best director
  • Michael Haneke - Amour
  • Ang Lee - Life of Pi
  • David O Russell - Silver Linings Playbook
  • Steven Spielberg - Lincoln
  • Benh Zeitlin - Beasts of the Southern Wild
Best supporting actor
  • Alan Arkin - Argo
  • Robert De Niro - Silver Linings Playbook
  • Tommy Lee Jones - Lincoln
  • Christoph Waltz - Django Unchained
  • Philip Seymour Hoffman - The Master
Best supporting actress
  • Amy Adams - The Master
  • Sally Field - Lincoln
  • Anne Hathaway - Les Miserables
  • Helen Hunt - The Sessions
  • Jacki Weaver - Silver Linings Playbook
Best foreign film
  • Amour
  • No
  • War witch
  • A Royal Affair
  • Kon-Tiki
Best animated film
  • Brave
  • Frankenweenie
  • Paranorman
  • Pirates! Band of Misfits (UK title: Pirates! In an Adventure with Scientists)
  • Wreck-it Ralph
Best documentary film
  • 5 Broken Cameras
  • The Gatekeepers
  • How To Survive A Plague
  • The Invisible War
  • Searching For Sugarman
Music (original song)
  • Before My Time (Chasing Ice) - Music and Lyric by J. Ralph
  • Everybody Needs A Best Friend (Ted) - Music by Walter Murphy, Lyric by Seth MacFarlane
  • Pi's lullaby (Life Of Pi) - Music by Mychael Danna, Lyric by Bombay Jayashri
  • Skyfall (Skyfall) - Music and Lyric by Adele Adkins and Paul Epworth
  • Suddenly (Les Miserables) - Music by Claude-Michel Schonberg, Lyric by Herbert Kretzmer and Alain Boublil
Music (original score)
  • Anna Karenina - Dario Marianelli
  • Argo - Alexandre Desplat
  • Life Of Pi - Mychael Danna
  • Lincoln - John Williams
  • Skyfall - Thomas Newman
Adapted screenplay
  • Argo - Chris Terrio
  • Beasts Of The Southern Wild - Lucy Alibar and Benh Zeitlin
  • Life Of Pi - David Magee
  • Lincoln - Tony Kushner
  • Silver Linings Playbook - David O Russell
Original screenplay
  • Amour - Michael Haneke
  • Django Unchained - Quentin Tarantino
  • Flight - John Gatins
  • Moonrise Kingdom - Wes Anderson and Roman Coppola
  • Zero Dark Thirty - Mark Boal
Cinematography
  • Anna Karenina - Seamus McGarvey
  • Django Unchained - Robert Richardson
  • Life of Pi - Claudio Miranda
  • Lincoln - Janusz Kaminski
  • Skyfall - Roger Deakins
Costume Design
  • Anna Karenina - Jacqueline Durran
  • Les Miserables - Paco Delgado
  • Lincoln - Joanna Johnston
  • Mirror Mirror - Eiko Ishioka
  • Snow White and the Huntsman - Colleen Atwood
Best documentary short subject
  • Inocente
  • Kings Point
  • Mondays at Racine
  • Open Heart
  • Redemption
Film editing
  • Argo - William Goldenberg
  • Life of Pi - Tim Squyres
  • Lincoln - Michael Kahn
  • Silver Linings Playbook - Jay Cassidy and Crispin Struthers
  • Zero Dark Thirty - Dylan Tichenor and William Goldenberg
Make-up and Hairstyling
  • Hitchcock - Howard Berger, Peter Montagna and Martin Samuel
  • The Hobbit: An Unexpected Journey - Peter Swords King, Rick Findlater and Tami Lane
  • Les Miserables - Lisa Westcott and Julie Dartnell
Production Design
  • Anna Karenina - Sarah Greenwood and Katie Spencer
  • The Hobbit: An Unexpected Journey - Dan Hennah, Ra Vincent and Simon Bright
  • Les Miserables - Eve Stewart and Anna Lynch-Robinson
  • Life Of Pi - David Gropman and Anna Pinnock
  • Lincoln - Rick Carter and Jim Erickson
Short film (animated)
  • Adam and the Dog
  • Fresh Guacamole
  • Head Over Heels
  • Maggie Simpson in The Longest Daycare
  • Paperman
Short film (live action)
  • Asad
  • Buzkashi Boys
  • Curfew
  • Death of a Shadow (Dood Van Een Schaduw)
  • Henry
Sound editing
  • Argo - Erik Aadahl and Ethan van der Ryn
  • Django Unchained - Wylie Stateman
  • Life Of Pi - Eugene Gearty and Philip Stockton
  • Skyfall - Per Hallberg and Karen Baker Landers
  • Zero Dark Thirty - Paul NJ Ottosson
Sound mixing
  • Argo - John Reitz, Gregg Rudloff and Jose Antonio Garcia
  • Les Miserables - Andy Nelson, Mark Paterson and Simon Hayes
  • Life Of Pi - Ron Bartlett, DM Hemphill and Drew Kunin
  • Lincoln - Andy Nelson, Gary Rydstrom and Ronald Judkins
  • Skyfall - Scott Millan, Greg P Russell and Stuart Wilson
Visual effects
  • The Hobbit: An Unexpected Journey - Joe Letteri, Eric Saindon, David Clayton and R Christopher White
  • Life Of Pi - Bill Westenhofer, Guillaume Rocheron, Erik-Jan De Boer and Donald R Elliott
  • Marvel's The Avengers (UK title: Marvel's Avengers Assemble) - Janek Sirrs, Jeff White, Guy Williams and Dan Sudick
  • Prometheus - Richard Stammers, Trevor Wood, Charley Henley and Martin Hill
  • Snow White and the Huntsman - Cedric Nicolas-Troyan, Philip Brennan, Neil Corbould and Michael Dawson

Samstag, 23. Februar 2013

[OSCAR COUNTDOWN 2013] Silver Linings Playbook



Silver Linings Playbook
10/10
2012 / David O. Russell / mit Jennifer Lawrence, Bradley Cooper, Robert DeNiro, Jacki Weaver, Chris Tucker, Brea Bee,…

Wo soll man bei diesem Film nur anfangen. Es liegt an der deutschen Kinopolitik, dass der vermutlich beste Film des Jahres 2013 schon im Januar in den Kinos läuft.
David O. Russell adaptiert in „Silver Linings Playbook“ den gleichnamigen Debütroman von Matthew Quick. Es geht um einfache Menschen in ihren einfachen Leben, die alle irgendwelche Probleme mit sich herumtragen. Während die einen sie tief in sich behalten und sie nur selten an die Oberfläche treten lassen, gibt es auf der anderen Seite Menschen wie Pat und Tiffany, die sich kaum unter Kontrolle halten können. Beide dann zusammenzubringen ist sicherlich therapeutisch gesehen ein spannendes Unterfangen, doch in erster Linie ein Experiement mit ungewissem Ausgang.
David O. Russel schlägt mit dem Film einen Ton an, den man sich von vielen Komödien wünscht. Alles wirkt leichtfüßig inszeniert, der Regiestil überfordert den Zuschauer nicht und ab und an fragt man sich, wann Judy Greer als beste Freundin mit einer Flasche Wein und Eiscreme vor der Tür steht und bei einer Pyjamaparty über Männerprobleme plaudern möchte. Doch gerade weil Russel so „einfach“ inszeniert, kann sich die Geschichte in all ihrer Komplexität entfalten.
Vielmehr bricht er mit der klassischen und von Klischees überladenen RomCom-Struktur. Er packt viel Handlung in zwei Stunden Laufzeit, dabei wirkt alles ehrlich und echt. Ein gewisser Galgenhumor macht sich breit, welchen Weg jeder für sich und seine Heilung für den richtigen hält. Allen voran Chris Tucker als notorischer Flüchtling, der mindestens einmal die Woche aus seiner Klinik ausbricht und jedem erzählt, dass er entlassen wurde.
Neben einer starken Gesamtleistung des Casts ist es allen voran Jennifer Lawrence, die wohl die stärkste Leistung ihrer Karriere abliefert.
Russell ist mit diesem Stoff nicht nur ein wahrer Glücksgriff gelungen, er hat den Roman in einen starken und perfekten Ensemblefilm verwandelt.

[OSCAR COUNTDOWN 2013] Django Unchained



Django Unchained
10/10
2012 / Quentin Tarantino / mit Christoph Waltz, Jamie Foxx, Leonardo DiCaprio, Kerry Washington, Samuel L. Jackson,...

Auf seiner wilden Reise quer durch die Genres kann Tarantino nun überaus erfolgreich den Western von der Liste streichen. Wie in jedem seiner Filme erleben wir auch hier einen passionierten Filmfan, der sich eines seiner Lieblingsgenre zueigen macht und einfach die Sau rauslässt.
„Django Unchained“ spielt kurz vor dem Bürgerkrieg. Tarantino erzählt zwei Geschichten in einem Film. Da wäre zum einen die Befreiung des Sklaven Django durch den Kopfgeldjäger Dr. King Schultz, da er ihn für die Identifizierung der Opfer seines nächstes Auftrages benötigt. Da sich eine wahre Männerfreundschaft entwickelt hat, hilft Schultz Django im zweiten Teil des Filmes, seine Frau zu befreien, die auf dem Anwesen von Calvin Candie gefangengehalten wird.
Zum zweiten Mal in Folge schafft es Tarantino, ein schauspielerisches Maximum aus Christoph Waltz herauszuholen. Sowieso ist der handverlesene Cast bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt. Neben Cameoauftritten von Django-Himself Franco Nero, Jonah Hill oder Tarantino selbst, ist es ein Vergnügen, auch wieder Samuel L. Jackson in einer richtigen „Tarantino“-Rolle zu sehen. In seinen letzten Filmen fungierte er entweder nur als Sprecher oder saß stumm am Klavier.
Ein ästhetischer Bildaufbau, ein penibel auserkorener Soundtrack, all die Merkmale, die man von einem Tarantino-Film erwartet, und doch treten keine Ermüdungserscheinungen auf. Auch mit diesem Film hat er es wieder einmal geschafft, sich ein Stück weit neu zu erfinden.
„Django Unchained“ ist ein weiteres Meisterwerk von Quentin Tarantino und ein mehr als gelungener zweiter Teil der „Rewritten History“-Trilogie, der zuweilen kompakter und geschlossener als „Inglourious Basterds“ wirkt.

[OSCAR COUNTDOWN 2013] Argo



Argo
9/10
2012 / Ben Affleck / mit Ben Affleck, Victor Garber, Tate Donovan, Kerry Bishé, Alan Arkin, John Goodman, Bryan Cranston,...

Argo, fuck yourself!
Auch hier stellt Ben Affleck ein weiteres Mal unter Beweis, dass er ein viel besserer Regisseur als Schauspieler ist. Nach zwei harten Thrillerstoffen aus seiner Heimat Boston wagt sich Affleck dieses Mal an ein Thema politischer Brisanz. Sein Tony Mendez reist unter falschem Vorwand in den Iran um sechs Amerikaner aus dem Versteck eines kanadischen Botschafters zu befreien.
Nach einer wahren Begebenheit im Herbst 1979, gelingt es Affleck eine natürliche Spannung aufrechtzuerhalten, wie sie bei Filmen solch eines Genres leider nicht immer an der Tagesordnung liegt. „Argo“ ist bis in die letzte Nebenrolle fabelhaft besetzt, auch wenn Affleck der Coolness von John Goodman und Alan Arkin bei weitem nicht Stand halten kann.
Der große Kritikpunkt liegt allerdings in der gewollten Perfektion. „Argo“ muss sich hinter den beiden bisherigen Affleck-Inszenierungen anstellen. Zwar sind alle drei Filme auf einem extrem hohen Niveau, doch liefert er uns mit „Gone Baby Gone“ ein in die Tiefe gehendes Mysterydrama und mit „The Town“ ein knallhartes und zuweilen ruppiges Stück Actionkino ab. „Argo“ wirkt zu glatt, ohne Ecken und Kanten. Er wollte einen großen Film drehen, ohne Gefahren und Zweifel, der problemlos in der Award-Season bestehen kann. Man könnte ihn für diese Kalkulation loben, schließlich gab es 2013 kaum eine Preisverleihung, auf der er nicht zu den großen Gewinnern zählte. Doch es bleibt zu hoffen, dass er sich nach diesem Preisregen für seine vierte Regiearbeit wieder auf seine Anfänge besinnt, und frei von Hintergedanken inszeniert.

Freitag, 22. Februar 2013

[OSCAR COUNTDOWN 2013] Lincoln



Lincoln
9/10
2012 / Steven Spielberg / mit Daniel Day-Lewis, Sally Field, David Strathairn, Joseph Gordon-Levitt, James Spader,...

„Lincoln“, eine Filmidee so alt wie das Genre Film selbst. Zumindest fühlt es sich so an, als würde man seit Jahren auf die Filmbiografie des 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika warten. Steven Spielberg hat lange an diesem Film gearbeitet und sich wie bei vermutlich keinem Projekt zuvor viel Zeit gelassen.
Spielberg erzählt die Geschichte von Abraham Lincoln während seiner zweiten Amtszeit. Genauer gesagt legt er den Fokus auf die Bemühungen, stimmen in beiden politischen Lagern für den 13. Zusatzartikel der Verfassung zu sammeln, der die Sklaverei abschaffen würde.
Der Film braucht einige Zeit, bis er in Fahrt kommt. Das muss nicht unbedingt eine negative Eigenschaft sein, ist man bereit, sich auf diese Reise in die amerikanische Geschichte einzulassen.
Spielberg hatte bei seiner üppigen Besetzung ein glückliches Händchen gehabt. Ob nun James Spader als angetrunkener Stimmeneintreiber, Joseph Gordon-Levitt als Lincolns eigensinniger Sohn oder der kommende Schauspielsuperstar Adam Driver, der lediglich zweimal im Film zu sehen ist und für die Übermittlung der Korrespondenz verantwortlich ist.
Daniel Day-Lewis legt – War es anders zu erwarten? – eine weitere Glanzleistung und ein Stück Schauspielgeschichte ab. Er lässt die Arbeit, die solch eine Rolle mit sich bringt, kaum durchsickern. Sein Lincoln ist lockerleicht mit einem hohen Humorfaktor, der sicherlich die historische Genauigkeit anzweifeln lässt, allerdings einen gesunden Kontrast zu den schweren Monologen und Dialogen bildet, die dieses Amt mit sich bringt.
In eben jenen Monologen liegt die Brillanz des Films.

[OSCAR COUNTDOWN 2013] Les Misérables

Les Misérables
6/10
2012 / Tom Hooper / mit Hugh Jackman, Amanda Seyfried, Helena Bonham Carter, Anne Hathaway, Russell Crowe, Sacha Baron Cohen,…

Man muss Tom Hooper Respekt dafür zollen, einen Film zu drehen, wie man ihn in jüngster Zeit wohl kaum auf der großen Leinwand sehen konnte. Doch macht diese Besonderheit auch einen guten Film aus? Im Falle von „Les Misérables“ ist dies leider nicht der Fall. Nach dem überaus erfolgreichen „The King’s Speech“ wollte Hooper wohl aufs Ganze gehen, und ist doch kläglich gescheitert.
Zunächst besteht an der schauspielerischen Herausforderung und Leistung überhaupt kein Zweifel, einen knapp dreistündigen Film hindurch zu singen. Allerdings sollte bei dem Zuschauer die Kenntnis darüber und eine gewisse Affinität vorhanden sein, sonst blüht einem eine unangenehme Überraschung.
Die Handlung springt von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Der große und fabelhaft besetzte Cast trifft nie wirklich aufeinander. Im Zentrum steht die Hetzjagd zwischen Hugh Jackmann und Russell Crowe. Auftritte von Amanda Seyfried, Helena Bonham Carter und Anne Hathaway fallen da leider nur sehr kurz aus. Es ist wirklich schade, da vor allem Hathaway für einen doch sehr überschaubaren Anteil am Film während ihrer Vorbereitung sichtlich gelitten hat. Man sollte auch die Frage stellen dürfen, ob es sich dafür gelohnt hat.
Hoopers Bildarbeit erinnert oft an „The King’s Speech“. Er hat seinen eigenen Stil gefunden und sichtlich weiterentwickelt. Auch die Musik in kleinen Dosen genommen ist atemberaubend. An den Schauspielern gibt es sowieso nichts auszusetzen. Doch alles zusammen ergibt keinen guten Film.